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Steigende Spritpreise setzen ambulanten Pflegediensten finanziell zu

Ambulante Dienste berichten über wachsenden Kostendruck durch teurere Fahrten; Erstattungen decken Mehrkosten oft nicht.

Ambulante Pflegedienste warnen vor akutem Kostendruck durch gestiegene Kraftstoffpreise. Nach Recherchen von BR24 melden Einrichtungen in Bayern und anderen Regionen, dass die Ausgaben für Touren und Anfahrten deutlich zugenommen haben. Mehrere Träger prüfen demnach, ob sie Fahrten bündeln oder das Angebot in der Fläche einschränken müssen, um wirtschaftlich zu bleiben.

Im Kern geht es um eine Finanzierungslücke: Das Bundesministerium für Gesundheit verweist darauf, dass Leistungen in der häuslichen Pflege über die gesetzlich festgelegten Höchstbeträge der Pflegeversicherung vergütet werden. Zusätzliche Mobilitätskosten können von den Kassen nur in engen Grenzen erstattet werden. Steigen die Spritpreise kurzfristig stark, tragen die Pflegedienste einen Teil der Mehrkosten selbst – etwa über Rücklagen oder betriebliche Zuschläge.

Besonders belastet sind ländliche Gebiete, in denen Pflegende größere Distanzen zurücklegen. Laut BR24 berichten Anbieter, dass zwei- bis dreimal tägliche Einsätze bei einzelnen Pflegebedürftigen den Kraftstoffverbrauch spürbar erhöhen. rbb24 Inforadio schildert ähnliche Rückmeldungen aus anderen Bundesländern: Einige Dienste erwägen, weit entfernte Touren zu reduzieren oder Neuaufnahmen in Randlagen vorübergehend zu stoppen, sofern keine bessere Kostendeckung vereinbart wird. Für Betroffene auf dem Land birgt das die Gefahr längerer Wege und geringerer Versorgungssicherheit.

Politisch ist das Thema umstritten. Diskutiert werden Entlastungsmaßnahmen wie steuerliche Erleichterungen für betriebliche Fahrten oder gezielte Zuschüsse für mobile Pflegeleistungen. Befürworter argumentieren, ohne rasche Hilfen drohten Versorgungsengpässe gerade in der Fläche. Kritiker warnen vor Mitnahmeeffekten und verweisen auf die Notwendigkeit, bestehende Vergütungsstrukturen erst systematisch zu überprüfen.

Branchenvertreter fordern kurzfristig flexible Ausgleichsmechanismen, etwa temporäre Zuschläge für besonders weite Touren oder indexierte Kilometerpauschalen. Mittel- bis langfristig sehen sie Reformbedarf bei der Abbildung von Mobilitätskosten in den Vergütungsregeln der ambulanten Pflegesachleistungen, damit Preisschwankungen beim Kraftstoff verlässlicher aufgefangen werden. Gespräche zwischen Trägern und Kassen über regionale Anpassungen laufen nach Angaben aus der Branche bereits, Ergebnisse stehen jedoch noch aus.

Sicher ist: Steigende Spritpreise belasten Pflegedienste und verschärfen bekannte strukturelle Probleme der ambulanten Versorgung. Ob und in welcher Form die Politik gegensteuert, entscheidet sich in den kommenden Wochen in Abstimmungen zwischen Bund, Ländern und Kassen – mit unmittelbaren Folgen für die Versorgung insbesondere in Bayern und anderen Flächenländern.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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