Aktuell

Steinmeier: Xi irritiert über Berichte zu Dreiertreffen mit Vereinigte Staaten und Russland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier berichtet im ARD-Interview vom 1. November 2026, Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping habe sich über Meldungen zu einem möglichen Dreiertreffen mit den USA und Russland sichtbar irritiert gezeigt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach seiner China-Reise im ARD-Interview „Bericht aus Berlin“ erklärt, er habe Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking direkt auf Medienberichte zu einem möglichen Dreiertreffen mit den Vereinigten Staaten und Russland zur Ukraine angesprochen. Nach seiner Darstellung sei Xi dabei sichtbar irritiert gewesen. Steinmeier wertete dies als Hinweis, dass Peking ein solches trilaterales Gipselformat nicht aktiv verfolgt.

Steinmeiers Aussage ist als Schilderung seiner Wahrnehmung zu verstehen. Sie wurde im Deutschlandfunk aufgegriffen. Aus Peking lagen dazu zunächst keine konkreten neuen Verlautbarungen vor. Die chinesische Führung betont offiziell regelmäßig die Präferenz für Verhandlungen und politische Lösungen, vermeidet jedoch Formate, die sie als einseitig oder instrumentalisierend ansieht. In internationalen Debatten war wiederholt über mögliche Kontaktformate am Rande großer Treffen, etwa der APEC, spekuliert worden; belastbare Zusagen Chinas sind nach bisheriger Kenntnis nicht bekannt.

Für die deutsche Außenpolitik ist der Vorgang bedeutsam, weil Berlin seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf multilaterale Hebel setzt und auf Pekings Einfluss auf Moskau hofft. Steinmeiers Beobachtung markiert hier eine Grenze solcher Erwartungen: Ein sichtbar reservierter Auftritt des chinesischen Staatschefs spricht dafür, dass Peking sein eigenes, zurückhaltendes Kalkül beibehält und sich nicht zum Moderator eines trilateralen Formats drängen lässt. Zugleich unterstreicht der Bundespräsident mit seiner öffentlichen Einordnung, dass Berlin politische Signale aus persönlichen Gesprächen offen adressiert.

Deutsche Außenpolitikerinnen und Außenpolitiker sowie Expertinnen und Experten verweisen in ersten Einschätzungen darauf, dass Wahrnehmungen aus vertraulichen Gesprächen stets subjektiv bleiben und unterschiedlich interpretiert werden können. Als gesichert gilt vor allem: Es gibt weiterhin keine Anzeichen für eine kurzfristige Einigung auf ein Dreiertreffen zwischen Washington, Moskau und Peking zur Ukraine. Damit bleibt die Dynamik der Kriegsdiplomatie von bilateralen Kontakten und breiteren Formaten geprägt, in denen China seine Position mit eigenen Initiativen und allgemeinen Appellen zu Waffenstillständen und Verhandlungen verbindet, ohne sich fest an westliche oder russische Erwartungen zu binden.

Der aktuelle Anlass sind Steinmeiers Aussagen vom 1. November 2026. Sie fügen sich in die laufende Diskussion über mögliche Kanäle zwischen den Konfliktparteien und den Einfluss großer Mächte ein, ohne einen Kurswechsel Pekings zu belegen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk