Seit dem 2. November 2026 sind die in Rheinland-Pfalz verlegten Stolpersteine in der bundesweit nutzbaren App Stolpersteine Digital erfasst. Nach Angaben der beteiligten Landeszentralen und der federführenden Projektstelle in Schleswig-Holstein stehen damit rund 4.600 Stolpersteine aus etwa 160 Städten und Gemeinden des Landes in der Anwendung bereit. Nutzerinnen und Nutzer können mit der Kamera des Mobiltelefons einen Stolperstein scannen, die hinterlegte Biografie der betreffenden Person lesen und am Eintrag eine virtuelle Kerze mit persönlicher Widmung platzieren.
Der Rheinland-Pfalz-Eintrag ist Teil einer fortlaufenden Ausweitung des Angebots. Initiiert wurde die App von der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein, die Einbindung der Datenbestände erfolgt in Kooperation mit lokalen Stolperstein-Initiativen und weiteren Landeszentralen. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Erweiterung finanziell unterstützt. Die Anwendung führt nach Projektangaben inzwischen Einträge aus mehreren Bundesländern und gibt landesübergreifend mehr als 9.000 Steine an; die Gesamtzahl steigt mit der laufenden Übernahme regionaler Listen.
Die App soll die dokumentarische Arbeit der Initiativen mit einem niedrigschwelligen digitalen Zugang verbinden. Für Schulen, Gedenkstätten und zivilgesellschaftliche Gruppen ermöglicht sie vor Ort unmittelbare Zugänge zu Biografien, Fotos und ergänzenden Informationen, ohne auf gedruckte Materialien angewiesen zu sein. Zugleich betonen die Projektverantwortlichen, dass Inhalte rechtlich und redaktionell lokal verantwortet bleiben: Die biografischen Texte stammen überwiegend von den jeweiligen Initiativen, werden nicht zentral redigiert und unterliegen den dortigen Prüfprozessen. Dies gilt besonders für sensible Angaben zu Opfern nationalsozialistischer Verfolgung.
Auf technischer Seite verweisen Projektseite und Nutzerhinweise auf noch bestehende Grenzen der Scan-Funktion. Erkennungsleistung und Trefferquote können je nach Steinform, Verschmutzungsgrad, Lichtverhältnissen oder Gerätemodell variieren. Die Weiterentwicklung der Erkennung und die Pflege der Datensätze sind als laufende Aufgaben benannt. Perspektivisch soll der Bestand weiter wachsen, wenn zusätzliche Kommunen und Initiativen ihre Listen für die App aufbereiten und freigeben.
Mit der Einbindung von Rheinland-Pfalz wird ein weiterer großer Landesbestand zentral auffindbar. Für die Gedenk- und Bildungsarbeit bedeutet dies mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum, zugleich bleibt die Qualität der Inhalte an die Sorgfalt der lokalen Quellen gebunden. Der technische Ausbau der App und die transparente Kennzeichnung der Herkunft der Einträge gelten als wesentliche Voraussetzungen für eine verlässliche Nutzung im Unterricht und bei lokalen Rundgängen. Die Verfügbarkeit der 4.600 Stolpersteine aus Rheinland-Pfalz in der App Stolpersteine Digital markiert dabei einen gut belegten Fortschritt, an den weitere Regionen anknüpfen sollen.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).