Berlin, 16. September 2026. Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Mittwoch im Bundeskanzleramt die dritte Sitzung des Strategiekreises für Technologie und Innovation geleitet. Nach Regierungsangaben standen die Stärkung industrieller Künstlicher Intelligenz sowie Innovationspotenziale im Sicherheits- und Verteidigungsbereich im Mittelpunkt. Die Beratungen sind nicht öffentlich; eine Mitteilung der Bundesregierung fasst die Schwerpunkte zusammen.
Zentrale Frage war, wie nationale Vorhaben mit europäischen Instrumenten wie den Important Projects of Common European Interest (IPCEI) verzahnt werden können, um Wertschöpfung, Produktivität und Resilienz der Industrie zu erhöhen. Aus Ministerien waren unter anderem das Wirtschaftsministerium, das Forschungsressort, das Finanzministerium und das Bundesministerium der Verteidigung vertreten; auch die Chefin des Bundeskanzleramts nahm teil.
Nach Darstellung der Bundesregierung rückt die sogenannte industrielle KI stärker in den Vordergrund. Gemeint sind spezialisierte Anwendungen entlang von Produktionsprozessen, Logistik und Qualitätssicherung. Die Bundesregierung verweist darauf, dass Ergebnisse der Beratungen in die Arbeit einer ressortübergreifenden Taskforce zu Künstlicher Intelligenz einfließen sollen. Konkrete Beschlüsse oder finanzielle Zusagen wurden in der Mitteilung nicht genannt.
Mit Blick auf die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie betonten die Teilnehmenden die Bedeutung schnellerer Innovationszyklen. Beschaffungsvorhaben sollen demnach enger am operativen Bedarf der Truppe ausgerichtet werden, um die Einführung technologischer Lösungen – etwa bei vernetzten Systemen und robotischen Plattformen – zu beschleunigen. Zugleich wurde auf die Rolle geistigen Eigentums und seiner Verwertung für den Standort Deutschland hingewiesen.
Der Strategiekreis wird inhaltlich von einer Geschäftsstelle bei acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften vorbereitet und bündelt Expertise aus Wirtschaft und Forschung. Namentlich genannt werden unter anderem Führungspersonen aus Fraunhofer und dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb sowie Vertreterinnen und Vertreter großer Technologieunternehmen.
Die Sitzung dient der politischen Koordinierung an der Schnittstelle von Technologiepolitik, Industrie und Sicherheit. Sie steht im Kontext europäischer Förderinstrumente und laufender Digitalisierungsinitiativen der Bundesregierung. Während die Mitteilung Ziele und Arbeitsstränge umreißt – von Rechenkapazitäten bis zur industriellen Anwendung von KI –, bleiben Zeitpläne, Budgetposten und mögliche gesetzliche Anpassungen offen. Weitere Schritte sollen in den kommenden Monaten über die zuständigen Ressorts und Gremien vorbereitet werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).