Der Mitteldeutsche Rundfunk hat am 19. September 2026 über erste Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Studie WECHSELZEIT der Dualen Hochschule Gera-Eisenach berichtet. Demnach fühlen sich viele Frauen in den Wechseljahren gesellschaftlich und medizinisch unzureichend wahrgenommen. Betroffene schildern dem Bericht zufolge Schlafstörungen, starke Stimmungsschwankungen und Orientierungslosigkeit im Gesundheitssystem. Eine Interviewpartnerin sagte: "Ich war kurz davor, wahnsinnig zu werden." Die Berichterstattung fasst qualitative Befunde zusammen; umfassende Zahlen liegen noch nicht vor.
Die Studie WECHSELZEIT wird an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach in Gera, Thüringen, unter Leitung von Claudia Rahnfeld verantwortet. Das Projekt versteht die Wechseljahre als komplexe Lebensphase mit körperlichen, psychischen und sozialen Dimensionen. Ziel ist es, Wissenslücken jenseits der rein medizinischen Perspektive zu schließen und Grundlagen für passgenaue Beratungs- und Unterstützungsangebote zu liefern. Nach Angaben der Hochschule richtet sich der Transfer an Akteure der Gleichstellungspolitik, an Arbeitgeber sowie an psychosoziale Beratungsstellen.
Laut der Darstellung der Forschenden wird eine Verbindung zwischen medizinischer Unterversorgung und gesellschaftlichen Normen sichtbar: Alters- und Schönheitsbilder sowie Tabuisierung der Wechseljahre erschwerten es, Beschwerden klar anzusprechen und angemessene Hilfe zu erhalten. Zugleich betont das Projektteam, dass Verläufe und Bedürfnisse stark variieren. Entsprechend brauche es flexible, niedrigschwellige Angebote, die medizinische, psychologische und arbeitsweltliche Aspekte bündeln.
Konkrete Handlungsempfehlungen der Studie sind nach aktuellem Stand noch nicht vollständig veröffentlicht. Die Hochschule verweist jedoch auf geplante Transferinstrumente. Genannt werden ein Menopausen-Kompass zur Orientierung für Betroffene und Fachkräfte sowie ein beantragtes Folgeprojekt mit dem Arbeitstitel MENOPAUS+, das Ergebnisse vertiefen und stärker in die Praxis überführen soll.
Der MDR dokumentiert individuelle Erfahrungsberichte und gibt den Stand der Forschung an der Hochschule wieder. Die Projektseite der Dualen Hochschule Gera-Eisenach bestätigt Zuständigkeiten und Ziele. Belastbare Aussagen zu Verbreitung, Kosten oder Wirksamkeit konkreter Maßnahmen lassen sich erst nach Vorlage vollständiger Studiendaten treffen. Der aktuelle Nachrichtenanlass ist die Veröffentlichung der ersten Befunde; daraus ergibt sich öffentlicher Handlungsbedarf, insbesondere bei Information, hausärztlicher Beratung und betrieblichem Gesundheitsmanagement.
Bis zur Auswertung und Publikation weiterer Ergebnisse gilt: Die verfügbaren Hinweise sprechen für Informations- und Versorgungslücken, nicht für einen gesicherten quantitativen Befund. Politik, Kassenärztliche Strukturen und Betriebe werden sich an der Frage messen lassen müssen, ob Frauen in den Wechseljahren künftig schneller Zugang zu verlässlicher Beratung und passender Behandlung erhalten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).