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Studie belegt jahrzehntelange Gewalt im früheren Backhausenhof bei Burgdorf

Am 5. Oktober 2026 ist eine Studie zu Misshandlungen und Zwangsarbeit im ehemaligen Erziehungsheim Backhausenhof vorgestellt worden. Sie dokumentiert systematische Gewalt, sexualisierte Übergriffe und unbezahlte Arbeit vor allem zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren.

Eine neue Studie dokumentiert im früheren Erziehungsheim Backhausenhof bei Burgdorf systematische körperliche Gewalt, sexualisierte Übergriffe und unbezahlte Arbeit an Jugendlichen. Die Untersuchung wurde am 5. Oktober 2026 vorgestellt und ordnet die meisten Fälle vor allem den späten 1960er- bis in die 1980er-Jahre zu. Der Backhausenhof lag in der Region Hannover und war eine Außenstelle des diakonischen Stephansstifts.

Nach Angaben der Autorenschaft stützt sich die Studie auf Archivmaterial, Zeitzeugeninterviews und Einzelfallakten. Demnach gehörten Schläge mit der Hand und mit dem Stock sowie besonders harte Erziehungsmaßnahmen bis in die späten 1970er-Jahre zur Praxis. Außerdem hielten die Verantwortlichen Jugendliche planmäßig zu unbezahlter Arbeit heran, unter anderem in der Landwirtschaft, die der Einrichtung angeschlossen war. Die Darstellung nennt zeitliche Abschnitte und institutionelle Zusammenhänge, verweist aber zugleich auf Lücken bei der Täter- und Verantwortungszuordnung, die weitere Aktenzugänge erfordern.

Als Träger der Einrichtung nennt die Untersuchung das Stephansstift. Es handelt sich um einen diakonischen Verband, der nach jüngsten Angaben interne Aufarbeitungsprozesse und Hilfsangebote für Betroffene eingerichtet hat. Landesbehörden in Niedersachsen betonen den Angaben zufolge die Prüfung einzelner Vorgänge und verweisen auf mögliche Unterstützungs- und Anerkennungsleistungen, über deren Ausgestaltung noch entschieden werden müsse. Konkrete rechtliche Schritte oder laufende Ermittlungsverfahren wurden am Tag der Veröffentlichung nicht benannt.

Die Ergebnisse fügen sich in die seit den 1990er-Jahren fortlaufende Aufarbeitung historischer Heimerziehung in Deutschland ein. Parallel dazu laufen in Niedersachsen weitere Forschungsprojekte zur sexualisierten Gewalt in der Kinder- und Jugendhilfe, darunter Arbeiten an der Universität Hildesheim. Diese sollen einen breiteren Überblick zu Strukturen, Verantwortlichkeiten und Mustern von Gewalt liefern und einzelne Einrichtungen vergleichbar machen.

Die Studie regt an, Akten systematischer zu erschließen, Betroffenen die Recherche zu erleichtern und Verfahren zur Anerkennung von Leid verbindlicher zu gestalten. Sie empfiehlt zudem, frühere Organisationsabläufe des Trägers detailliert nachzuzeichnen, um Verantwortungswege zu klären. Für Betroffene nennt die Untersuchung den dauerhaften Zugang zu Beratung als vorrangig. Über Entschädigungen oder spezifische Rehabilitierungswege gibt es bislang keine abschließenden Festlegungen; sie hängen nach Darstellung der Beteiligten von weiteren Prüfungen durch Behörden und vom Vorgehen der Träger ab.

Der Backhausenhof ist damit ein weiterer belegter Fall, in dem historische Heimerziehung mit Gewalt, sexualisierten Übergriffen und Zwangsarbeit verknüpft war. Der aktuelle Anlass ist die Veröffentlichung der Studie; die Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten bleibt Gegenstand laufender Prüfungen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen