Kultur

Studie: Filme von Drehbuchautorinnen erzielen höhere Gewinne – große Budgets gehen überwiegend an Männer

Eine am 22. September 2026 veröffentlichte Analyse von Anja G. Huwiler zeigt, dass Filme mit Drehbuchautorinnen höhere mediane Profite und bessere Renditen erzielen, während die obersten Produktionsbudgets überwiegend an männlich dominierte Teams vergeben werden.

Kurzmeldung

Am 22. September 2026 veröffentlichte Anja G. Huwiler (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) in Frontiers in Communication eine umfangreiche Analyse zur Rolle von Geschlecht in Drehbuch und Regie bei kommerziellen Filmproduktionen. Die Untersuchung namens „Women in Directing and Screenwriting: The Capital Allocation Puzzle in Commercial Film“ wertet rund drei Jahrzehnte von Filmprojekten aus und vergleicht Budgetklassen, Gewinnmargen und Return on Investment (ROI).

Kernbefund: Filme mit mindestens einer Frau im Drehbuch — insbesondere solche, die von einer Frau geschrieben, aber nicht von einer Frau inszeniert wurden — weisen deutlich höhere mediane Profite und eine höhere Rendite auf als Produktionen, in denen die kreativen Führungsrollen ausschließlich von Männern besetzt sind. Huwiler nennt dieses Auseinanderlaufen von ökonomischer Effizienz und Finanzierungsentscheidungen ein „Capital Allocation Puzzle“: Kapitalflüsse in der Branche korrespondieren nicht mit den beobachteten Renditeergebnissen.

Die Studie berichtet konkrete Zahlen: So lagen mediane Profite von Filmen mit weiblichen Autorinnen in Vergleichsgruppen teils um etwa ein Drittel über denen von reinen Männerprojekten; in der Spitzengruppe der teuersten 1 Prozent der Filme ergab sich laut Analyse ein hoher Margenvorteil zugunsten der wenigen Projekte mit Beteiligung von Drehbuchautorinnen. Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass die Verteilung großer Produktionsbudgets weiterhin stark zugunsten männlich dominierter Teams ausfällt: Die obersten Budgetklassen sind deutlich männlich geprägt.

Für die deutsche Filmförderlandschaft sind die Ergebnisse relevant, weil sie Fragen zur Effektivität bestehender Vergabekriterien aufwerfen. Die Autorin trennt in ihrer Veröffentlichung klar empirische Befunde von politischen Empfehlungen; sie fordert weitere institutionelle Prüfungen und transparentere Vergabekriterien statt unmittelbarer politischer Schlussfolgerungen.

Die Analyse ergänzt vorhandene Daten deutscher Förderstellen und Verbände zur Geschlechterverteilung in Regie, Drehbuch und Finanzierung und bietet eine datenbasierte Grundlage für Debatten über Förderstrategie und Risikoabwägung. Konkrete Maßnahmen benennt die Studie nicht, verweist jedoch auf die Verantwortung von Förderinstitutionen und Produzenten, Kapitalallokation und Renditeerwartungen enger zu prüfen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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