Berlin

Studie kalkuliert 1,15 Milliarden Euro für Sanierung der Berliner Philharmonie

Eine Machbarkeitsstudie veranschlagt für Sanierung und Ausweichspielstätte rund 1,15 Milliarden Euro. Bevorzugter Interimsstandort ist Tempelhof; der Bund stellt bis zu 225 Millionen Euro in Aussicht.

Die Sanierung der Berliner Philharmonie und eine notwendige Ausweichspielstätte könnten zusammen rund 1,15 Milliarden Euro kosten. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die im Auftrag der Stiftung Berliner Philharmoniker erstellt wurde. Für die reine Instandsetzung des Saal- und Gebäudebestands werden darin etwa 800 Millionen Euro angesetzt. Politische Beschlüsse zu Standort, Zeitplan und Finanzierung stehen aus.

Als bevorzugte Interimslösung nennt die Machbarkeitsstudie die Hangars am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Der Umbau würde erhebliche Eingriffe in Akustik, Brandschutz, Bühnen- und Besucherlogistik erfordern. Als Alternative wird das Internationale Congress Centrum geprüft. In die Kalkulation fließen neben Bau- und Umbaukosten auch erwartete Einnahmeausfälle durch verringerte Saalkapazitäten während mehrerer Übergangsjahre ein.

Die Berliner Philharmonie, ein Scharoun-Bau an der Herbert-von-Karajan-Straße, weist laut Studie einen umfassenden Erneuerungsbedarf auf. Genannt werden unter anderem Gebäudetechnik, Brandschutz, Energieeffizienz sowie die Modernisierung von Saal, Foyerbereichen und Künstlerbereichen. Ziel der Sanierung ist es, die Betriebssicherheit zu erhöhen, den Denkmalschutz zu wahren und die künstlerischen Anforderungen eines internationalen Spitzenorchesters langfristig abzusichern.

Auf Bundesebene ist im Hauptstadtfinanzierungsvertrag eine mögliche Bundesbeteiligung an der Sanierung vorgesehen. In Aussicht gestellt ist ein Festbetrag von bis zu 225 Millionen Euro. Selbst bei einer solchen Bundesbeteiligung bliebe jedoch eine erhebliche Finanzierungslücke; sie müsste vor allem durch das Land Berlin, die Stiftung Berliner Philharmoniker und gegebenenfalls private Drittmittel geschlossen werden. Verbindliche Zusagen liegen dazu noch nicht vor.

Die Studie ordnet die Risiken und Abhängigkeiten deutlich: Kosten- und Terminunsicherheiten ergeben sich aus dem baulichen Bestand, aus Genehmigungsverfahren und aus den besonderen Anforderungen an Akustik und Denkmalschutz. Für die Interimsphase betont sie die Notwendigkeit, die Proben- und Aufführungsbedingungen so zu gestalten, dass das Niveau des Konzertbetriebs gehalten werden kann. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass spätere Verschiebungen den Finanzbedarf weiter erhöhen könnten.

Der nächste Schritt liegt bei Senat und Haushaltsgesetzgebern. Erst mit Standortentscheid, konkretem Zeitplan und einem belastbaren Finanzierungsmodell kann die Umsetzung starten. Bis dahin bleibt offen, wann die Bauarbeiten beginnen und wie lange der Konzertbetrieb in einer Ausweichstätte laufen muss. Klar ist: Eine Sanierung im laufenden Betrieb hält die Machbarkeitsstudie nicht für vertretbar.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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