Baden-Württemberg

Südzucker erprobt in Mannheim Drohnen und Roboter im Zuckerrübenanbau

Am Versuchsgut Kirschgartshausen bei Mannheim weitet Südzucker Tests mit Drohnen, Feldrobotern und punktuellem Pflanzenschutz aus, um den Zuckerrübenanbau an Ernte- und Klimarisiken anzupassen.

Südzucker weitet am Versuchsgut Kirschgartshausen nördlich von Mannheim seine Arbeiten zur Digitalisierung des Zuckerrübenanbaus aus. Nach Unternehmensangaben werden dort Drohnen, satellitengestützte Fernerkundung und unterschiedliche Feldroboter in praxisnahen Reihen erprobt. Ziel ist, Unkraut, Krankheiten und Schädlingsbefall frühzeitig zu erkennen und Pflanzenschutzmittel gezielter und in geringeren Mengen einzusetzen, etwa über sogenanntes Spot-Spraying.

Der aktuelle Anlass ist die angespannte Erntelage. SWR Aktuell berichtet für Süddeutschland von der Gefahr einer historisch schwachen Zuckerrübenernte. Auch Südzucker verweist auf witterungsbedingte Risiken, neue Schaderreger und eine höhere Volatilität der Vegetationsbedingungen. Das Versuchsgut dient dem Konzern ausdrücklich als Testfeld, auf dem Verfahren mit verschiedenen Anbietern verglichen und an die Bedürfnisse des Zuckerrübenanbaus angepasst werden.

Konkret werden autonome Hackroboter eingesetzt, die zwischen Reihen und Pflanzen präzise arbeiten sollen. Bonituren per Drohne liefern großflächige Aufnahmen, aus denen Befallskarten und Ertragsprognosen abgeleitet werden können. Ergänzend werden mechanische Verfahren mit punktuellen Applikationen kombiniert, um Chemikalieneinsatz dort zu vermeiden, wo er nicht nötig ist. Nach Darstellung des Unternehmens zeigen Versuche der vergangenen Jahre teils deutliche Einsparungen bei Pflanzenschutzmengen und Verfahrenszeit, zugleich aber noch uneinheitliche Effekte auf Ertrag und Bestandsdichte.

Fakt ist: Die Technik ist noch nicht flächentauglich erprobt. Südzucker nennt wirtschaftliche und regulatorische Fragen als offene Punkte. Dazu zählen Investitionen in autonome Systeme, Betriebskosten, Zulassungen für präzisionsgesteuerte Applikationen sowie Haftung und Datennutzung. Prognostisch erwartet das Unternehmen Vorteile durch robustere Bestände und eine bessere Anpassung an Wetterextreme, räumt aber ein, dass Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit unter realen Bedingungen weiter validiert werden müssen.

Für landwirtschaftliche Betriebe in Baden-Württemberg und angrenzenden Regionen ergeben sich daraus drei absehbare Folgen. Erstens könnte der Einsatz von Spritzmitteln sinken, sofern Erkennungs- und Steuerungssysteme stabil arbeiten. Zweitens stehen Betriebe vor der Entscheidung, ob sie in eigene Systeme investieren, Dienstleister beauftragen oder Kooperationsmodelle wählen. Drittens wird der Rechtsrahmen für autonome Geräte und datenbasierte Anwendungen an Bedeutung gewinnen. Konkrete Termine für einen breiten Rollout nennt Südzucker nicht. Der Konzern positioniert Kirschgartshausen als Plattform, um Verfahren gemeinsam mit Landwirten und Zulieferern weiterzuentwickeln und bei belastbaren Ergebnissen schrittweise in die Praxis zu überführen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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