Am Samstag, 17. Oktober 2026, startet in Radolfzell eine Spendenaktion für den Schutz ziehender Vogelarten: Nach Angaben der Bodensee-Stiftung kooperiert die Franz und Hildegard Rohr-Vogelschutz-Stiftung Bodensee mit dem Tattoo-Studio Nachtschatten sowie weiteren lokalen Tätowiererinnen und Tätowierern. Zwischen 10 und 19 Uhr können Interessierte festgelegte Motive heimischer Zugvögel stechen lassen; 20 Prozent des jeweiligen Preises sollen der Vogelschutzarbeit am Bodensee zugutekommen.
Die Aktion ist an den Weltzugvogeltag gekoppelt, der im Frühjahr und Herbst auf die Gefährdung wandernder Vogelpopulationen aufmerksam macht. Die Organisatoren begründen das Format mit der hohen Bedeutung des Bodensees als Rast- und Durchzugsgebiet. Genannt werden unter anderem Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Mauersegler, Alpensegler und Weißstorch als Motivvorlagen. Ziel sei es, Mittel für regionale Projekte einzuwerben und zugleich das Bewusstsein für Brut-, Rast- und Nahrungsflächen entlang der Zugrouten zu schärfen.
Konkret bieten die beteiligten Studios mehrere vorab gestaltete Illustrationen an, die am Aktionstag ohne individuelle Anpassungen tätowiert werden. Nach Veranstalterangaben werden Termine und Motivauswahl über das Tattoo-Studio Nachtschatten koordiniert. Der Spendenanteil ist als fester Prozentsatz des Verkaufspreises definiert; die Abführung soll unmittelbar im Anschluss an die Aktion an die Franz und Hildegard Rohr-Vogelschutz-Stiftung Bodensee erfolgen.
Bewertungen zur Wirksamkeit einzelner Fundraising-Formate liegen von Fachverbänden in den vorliegenden Informationen nicht vor. Fest steht: Kurzfristig generieren derartige Aktionen zusätzliche Mittel, mittelfristig erhöhen sie die öffentliche Aufmerksamkeit für artspezifische Schutzbedarfe. Welche konkreten Projekte mit den Einnahmen finanziert werden, in welcher Höhe Erträge erwartet werden und ob es Folgeaktionen geben soll, haben die Organisatoren bislang nicht beziffert. Zuständig für Planung und Umsetzung von Maßnahmen in der Region bleiben die etablierten Naturschutzträger; die Stiftung fungiert als Förderorganisation, die Projekte initiiert und unterstützt.
Radolfzell und der umliegende Bodenseeraum zählen in Deutschland zu den zentralen Knotenpunkten des Vogelzugs. Während die Brutgebiete in Mitteleuropa weiterem Nutzungsdruck unterliegen, verschärfen sich entlang der Routen die Anforderungen an Rastplätze und Nahrungsangebote. Die heutige Aktion verknüpft nach Darstellung der Beteiligten lokale Öffentlichkeitsarbeit mit konkreter finanzieller Unterstützung – mit dem erklärten Anspruch, beides in den Dienst des Vogelschutzes am Bodensee zu stellen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).