In Deutschland sind Kefir, Kombucha und Pilzkaffee weiter gefragt. Fachstellen ordnen den gesundheitlichen Nutzen und mögliche Risiken neu ein: Kefir gilt als fermentiertes Milchprodukt mit plausiblen Vorteilen für die Darmgesundheit, Kombucha kann geringe Alkoholmengen und mikrobiologische Risiken mit sich bringen, bei Pilzkaffee bleiben belastbare Wirknachweise aus.
Kefir entsteht durch Milchsäuregärung, sein Mikrobiom umfasst typischerweise Milchsäurebakterien und Hefen. Übersichtsarbeiten berichten Hinweise auf Effekte bei Darmmikrobiota, Stuhlregulation und Laktoseverträglichkeit. Zugleich verweisen Forschende auf heterogene Studien und fordern größere, standardisierte Humanstudien. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bewertet Kefir als Bestandteil fermentierter Milchprodukte, der in eine ausgewogene Ernährung passen kann; präventive oder therapeutische Heilszusagen lassen sich daraus nicht ableiten.
Kombucha ist ein fermentiertes Getränk aus gesüßtem Tee. In Erzeugnissen aus geprüfter Herstellung liegen Alkoholgehalte meist im niedrigen Bereich; bei unsachgemäßer Heimbrauung können sie deutlich steigen. Ebenso sind Kontaminationen oder eine übermäßige Säurebildung möglich. Verbraucherschützer empfehlen daher Produkte aus kontrollierter Produktion. Für Schwangere, Kleinkinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem raten Fachinformationen zu besonderer Vorsicht. Rechtlich ist Kombucha in Deutschland ein Lebensmittel; für den Alkoholgehalt gelten die üblichen Kennzeichnungsvorgaben.
Pilskaffee kombiniert Kaffee mit Extrakten aus Pilzarten wie Reishi, Löwenmähne oder Chaga. Herstellerversprechen reichen von besserem Fokus bis zu Stimmungs- oder Immunsystemeffekten. Für solche Aussagen fehlen in der Regel verlässliche, breit übertragbare Humanstudien. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat für diese Pilze keine allgemein gültigen gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Zudem bestehen Qualitätsfragen: Herkunft der Rohstoffe, Standardisierung der Extrakte und mögliche Rückstände variieren, was die Vergleichbarkeit erschwert.
Das Bundeszentrum für Ernährung und das Bundesinstitut für Risikobewertung verweisen insgesamt auf eine nüchterne Einordnung: Fermentierte Produkte wie Kefir können sinnvoll sein, Kombucha ist bei sachgerechter Herstellung eine Option mit zu beachtenden Besonderheiten, und bei Pilzkaffee gilt Skepsis gegenüber unbelegten Health Claims. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt entscheidend, Kennzeichnungen zu beachten, auf verlässliche Hersteller zu setzen und Gesundheitsversprechen kritisch zu prüfen. Für Aufsicht und Markt stellt sich die Aufgabe, Produktqualität und Werbung konsequent zu kontrollieren und Forschung zu fördern, damit Nutzen und Risiken klarer bestimmbar werden.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).