Wissenschaft & Technik

Tübinger Forscher identifizieren neue Riesenassel aus Puerto Rico

Ein im Archiv der Paläontologischen Sammlung der Universität Tübingen gelagertes Exemplar aus Puerto Rico wurde am 8. Oktober 2026 als neue Bathynomus‑Art beschrieben. Die Entdeckung liefert Einblicke in die Evolution großer Tiefseeasseln.

Am 8. Oktober 2026 gab die Universität Tübingen bekannt, dass Forschende des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment in ihrer paläontologischen Sammlung ein bisher unbeschriebenes Exemplar einer Riesenassel identifiziert haben. Das getrocknete Tier stammte ursprünglich von einer Forschungsstation in Puerto Rico und wurde nach neuer Analyse als neue Art der Gattung Bathynomus beschrieben; die Autorinnen und Autoren veröffentlichten die Beschreibung in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Die Forschenden gaben der Art den Namen Bathynomus tuebingoborikensis und begründeten ihn mit dem Fundort der Sammlung und dem indigenen Taíno‑Namen Boríken für Puerto Rico. ([uni-tuebingen.de](https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilung/eine-riesenassel-aus-der-karibik-die-tuebingen-im-namen-traegt/))

Das Exemplar misst nach den Angaben 32,2 Zentimeter und zählt damit zu den sogenannten „Kolossogiganten“ innerhalb der Bathynomus‑Gruppe. Die Wissenschaftler — namentlich der Paläontologie‑Student und Asselexperte Benedikt Kästle sowie PD Dr. Ingmar Werneburg als Kustos — führten moderne bildtechnische Untersuchungen und eine vergleichende Stammbaumanalyse durch. Diese Analyse legt nahe, dass die gesamte Gattung Bathynomus im Miozän vor mehr als 15 Millionen Jahren im Golf von Mexiko entstanden sein könnte und sich anschließend global ausbreitete; einige Linien entwickelten sich zu besonders großen Formen. ([uni-tuebingen.de](https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilung/eine-riesenassel-aus-der-karibik-die-tuebingen-im-namen-traegt/))

Die Publikation macht zwei fachliche Punkte deutlich: Erstens dokumentiert der Fund die fortdauernde Relevanz naturwissenschaftlicher Sammlungen als Archive für bislang unerkannt gebliebene biologisch‑taxonomische Vielfalt. Zweitens trägt die morphologische Einordnung des Tübinger Exemplars zur Rekonstruktion der Evolutionsgeschichte großer Tiefseeasseln bei, insbesondere zur Frage, wann und wo innerhalb der Gruppe Gigantismus auftrat. Konkrete phylogenetische Verknüpfungen stützen die These einer Ausbreitung über den damals offenen Panama‑Isthmus und einer späteren Differenzierung im Indopazifik. ([uni-tuebingen.de](https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilung/eine-riesenassel-aus-der-karibik-die-tuebingen-im-namen-traegt/))

Die Forschenden betonen in der Mitteilung, dass Riesenasseln der Gattung Bathynomus in allen Ozeanen vorkommen und Tiefen bis zu 2.500 Metern besiedeln; die neuen Daten ergänzen die Kenntnis über Größenvariationen und Verbreitungsmuster. Aussagen zur Ökologie der neuen Art beruhen derzeit auf morphologischen Vergleichen und historischen Sammlungsnotizen; lebende Populationen der beschriebenen Art sind nicht aus Puerto Rico neu nachgewiesen worden. Die Universität stellt ein PDF der Studie und Kontaktdaten der Forschenden zur Verfügung. ([uni-tuebingen.de](https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilung/eine-riesenassel-aus-der-karibik-die-tuebingen-im-namen-traegt/))

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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