Der Papierhersteller Tullauer Pappen aus Rosengarten im Landkreis Schwäbisch Hall hat Insolvenz beantragt. Das zuständige Amtsgericht Heilbronn führte das Verfahren in der ersten Septemberwoche 2026 in seiner Übersicht. Regionale Medien wie der SWR meldeten am 11. September den Antrag und die Ankündigung, die Produktion vorerst fortzuführen. Angaben zum Umfang der Forderungen sowie zur Bestellung eines Insolvenzverwalters lagen zunächst nicht vor. Unklar war auch, ob das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angestrebt wird oder eine externe Verwaltung vorgesehen ist.
Das Unternehmen beschäftigt nach übereinstimmenden Berichten etwa hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Produziert wird am Stammsitz in Tullau (Gemeinde Rosengarten) sowie im Werk Trauchgau. Die Firma ist auf Vollpappe und Kartonagen für industrielle Anwendungen spezialisiert und verweist auf eine Unternehmensgeschichte bis 1878. Die Geschäftsführung stellte in Aussicht, die laufenden Aufträge abzuarbeiten und den Betrieb zunächst stabil zu halten. Konkrete Aussagen zur Dauer der Fortführung oder zu einem Sanierungsplan gibt es bislang nicht.
Als Ursachen nennen die Berichte die deutlich gestiegenen Energiepreise und höhere Rohstoffkosten. Zusätzlich belasteten eine schwächere Nachfrage in Teilen der Papierindustrie und zuvor zeitweise angespannte Lieferketten beim Altpapier. Erschwerend kam ein Fabrikbrand im Jahr 2024 hinzu, der die Produktion zwischenzeitlich zurückgeworfen hatte. In Summe habe dies die wirtschaftliche Lage des Familienbetriebs spürbar verschärft.
Für die Beschäftigten stehen kurzfristig Liquidität und Lohnfortzahlung im Mittelpunkt. Im regulären Ablauf eines Insolvenzverfahrens sichern Insolvenzausfallgeld und gerichtliche Anordnungen häufig die Übergangsphase ab; verbindliche Entscheidungen zu Personal, Standorten oder einer möglichen Veräußerung fallen in der Regel erst nach der Verfahrenseröffnung und einer Prüfung der Gläubigerlage. Auch für Zulieferer und regionale Partner bleibt entscheidend, wie rasch sich Materialfluss und Zahlungsströme stabilisieren.
Das Amtsgericht Heilbronn und der vorläufige Verfahrensrahmen geben den Takt für die nächsten Schritte vor. Sobald nähere gerichtliche Beschlüsse oder Unternehmensmitteilungen vorliegen, ist mit Angaben zur Art der Verfahrensführung, zu Fristen für Gläubiger und zu möglichen Restrukturierungsmaßnahmen zu rechnen. Der SWR und regionale Tageszeitungen kündigten an, weitere Details zu veröffentlichen, sobald offizielle Unterlagen und Bestellungen im Insolvenzverfahren vorliegen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).