Die Geschäftsführung der Eisengießerei in Ueckermünde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat angekündigt, den Betrieb zum Jahresende zu schließen. Nach Berichten von NDR und Tagesschau wären rund 290 Beschäftigte betroffen. Die Belegschaft, der Betriebsrat und Vertreter der Kommunalpolitik reagieren mit Protesten. Eine erste Mahnwache vor dem Werk ist für Montag, 19. Oktober 2026, angekündigt.
Der Betriebsrat kritisiert die Kommunikation des Vorhabens und bemängelt fehlende Alternativszenarien zum Erhalt des Standorts. Beschäftigte verweisen auf die Bedeutung der Gießerei als größtem industriellen Arbeitgeber der Stadt. Aus der Lokalpolitik kommt die Forderung nach enger Abstimmung mit dem Land und einer raschen Klärung von Qualifizierungs- und Vermittlungsangeboten für die Betroffenen.
Das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern hat sich demnach über die Lage informieren lassen und Sondierungen angekündigt. Nach den Gesprächen bekräftigte die Unternehmensführung ihre Schließungsabsicht; konkrete Investoren- oder Übernahmeangebote liegen laut Medienberichten nicht vor. Ein kommunaler Krisenstab berät über nächste Schritte, darunter Unterstützungsleistungen der Arbeitsverwaltung, regionale Wirtschaftsförderung und mögliche Übergangsregelungen für die Beschäftigten.
Als Hintergründe werden eine angespannte Auftragslage, Kostensteigerungen und strukturelle Schwächen der Branche genannt. Die Eisengießerei stützt seit Jahren Zuliefernetzwerke und Handwerksbetriebe in der Umgebung; ein Wegfall der Produktion dürfte sich auf lokale Wertschöpfung und Ausbildung auswirken. Kommunale Vertreter verweisen auf die bereits laufenden Gespräche mit dem Land und betonen, dass auch Bundesprogramme für Beschäftigungs- und Strukturmaßnahmen geprüft werden sollten.
Bestätigt ist bislang die von der Geschäftsführung erklärte Schließungsabsicht sowie die genannte Größenordnung von rund 290 betroffenen Arbeitsplätzen. Offen ist, ob staatliche Unterstützung, ein Einstieg eines Investors oder betriebliche Vereinbarungen die Stilllegung noch abwenden können. Zu rechtlichen Verfahren wie Massenentlassungsanzeige, Sozialplan oder Interessenausgleich liegen öffentlich noch keine abschließenden Angaben vor.
In den kommenden Tagen stehen weitere Gespräche zwischen Belegschaft, Betriebsrat, Kommune und Land an. Die Organisatoren der Mahnwache kündigen fortgesetzten Protest an, um politischen Druck aufzubauen und mögliche Interessenten auf den Standort aufmerksam zu machen. Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen bereiten Kommune und Arbeitsverwaltung Programme für Beratung, Qualifizierung und Vermittlung vor, um betroffene Beschäftigte kurzfristig abzusichern und regionale Folgen abzufedern.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).