In Ulm haben am 23. und 24. September rund 80 Medizinstudierende, Rettungsdienstkräfte und Ärztinnen und Ärzte ein realistisches Großschadensszenario geübt. Die Triage-Übung war Kern der 17. Sommerakademie für Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe, die vom 21. bis 25. September stattfand. Nach Angaben der Veranstalter trainierten die Teilnehmenden unter Einsatz von Nebel, Projektionen und künstlichem Blut die schnelle Sichtung und Priorisierung verletzter Personen, um bei einem Massenanfall von Verletzten standardisierte Abläufe sicher zu beherrschen.
Organisiert wurde die Ausbildungswoche vom Deutschen Institut für Katastrophenmedizin in Kooperation mit der Universität Ulm und dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm. Ziel war es, Sichtungsalgorithmen sicher anzuwenden, vitalkritische Patientinnen und Patienten schnell zu erkennen und die Vorsichtung im Team strukturiert abzubilden. Die praktische Lage wurde durch Führungs- und Kommunikationsübungen ergänzt, die die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, Kliniken und militärischen Partnern abbilden sollten.
Zum Programm der Sommerakademie gehörten nach Veranstalterangaben neben der Triage auch Module zu Führungslehre, Dekontamination, Ethik in der Katastrophenmedizin und psychischer Erster Hilfe. Die Veranstaltung richtet sich an Medizinstudierende ab dem klinischen Abschnitt sowie an ärztliches Personal und Angehörige des Rettungsdienstes. Erfolgreiche Teilnehmende erhalten einen Wahlpflichtschein der Universität Ulm.
Fachleute verweisen seit Längerem darauf, dass Katastrophenmedizin in Deutschland systematischer in die Ausbildung integriert werden sollte. Referentinnen und Referenten der Sommerakademie betonten, dass klare Sichtungsalgorithmen, feste Rollenverteilungen und geübte Kommunikationswege zwischen Leitstellen, Rettungsdienst, Krankenhäusern und dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm im Ernstfall entscheidend seien, um Ressourcen zielgerichtet einzusetzen. Aussagen zu möglichen curricularen Änderungen sind den Veranstaltern zufolge Gegenstand laufender Gespräche mit Hochschulgremien; verbindliche Beschlüsse liegen nicht vor.
Die aktuelle Übung in Ulm knüpft an frühere Trainingsformate der Region an, hebt sich jedoch durch die enge Verzahnung zwischen zivilen und militärischen Einrichtungen hervor. Nach Einschätzung der Organisatoren ist die regelmäßige Wiederholung solcher Lagen notwendig, um Abläufe zu festigen, Materialketten zu prüfen und Schnittstellenprobleme frühzeitig zu erkennen. Für die Verantwortlichen im Bevölkerungsschutz stellt sich zugleich die Frage, wie häufig komplexe Übungen personell und finanziell abgesichert werden können.
Die Sommerakademie für Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe gilt in der Region als etablierte Plattform für praxisnahe Fortbildung. Der diesjährige Schwerpunkt auf Triage und Führungsstrukturen spiegelt die Annahme wider, dass in dynamischen Lagen wenige Minuten über Überlebenschancen entscheiden können. Entsprechend lag die Aufmerksamkeit auf standardisierten Prozessen, die sich in Stresssituationen reproduzierbar anwenden lassen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).