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Umweltverbände drohen mit Klage gegen Microsoft-Rechenzentrum in Bergheim-Paffendorf

Mehrere Naturschutzverbände fordern Nachbesserungen am Genehmigungsantrag für das geplante Rechenzentrum in Bergheim-Paffendorf und kündigen an, bei einer Zulassung in der jetzigen Form zu klagen.

Kurzmeldung

Mehrere Naturschutzverbände haben die zuständigen Behörden aufgefordert, den Genehmigungsantrag für das geplante Microsoft-Rechenzentrum in Bergheim-Paffendorf erneut zu prüfen und nachzubessern. Andernfalls wollen sie eine Verbandsklage einreichen. Der Landesverband Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) kritisiert vor allem die umfangreiche Flächenversiegelung auf hochwertigem Ackerland sowie die vorgesehene Notstromversorgung über Dieselaggregate.

Aus den öffentlich zugänglichen Antrags- und Umweltunterlagen zum Standort im Rheinischen Revier geht hervor, dass für den Notbetrieb mehrere dieselbetriebene Stromerzeuger vorgesehen sind. Lokale Berichte nennen 36 Aggregate und Schornsteine mit Höhen bis zu 35 Metern. Die Verbände verweisen auf in den Unterlagen ausgewiesene Emissionen im Notfallbetrieb und sehen Ziele des Klima- und Bodenschutzes berührt. Microsoft wird aufgefordert, ein Konzept für eine vollständig fossilfreie Notstromlösung vorzulegen; andernfalls solle die Genehmigung in der beantragten Form versagt werden.

Zuständig für das Verfahren ist die Bezirksregierung Köln. Nach Angaben der Verbände hängt eine Klage davon ab, ob die Behörde und weitere Stellen in der laufenden Verfahrensphase die Unterlagen substanziell überarbeiten lassen. Rechtlich stützen sich die Organisationen auf das in Deutschland anerkannte Verbandsklagerecht bei umweltrelevanten Genehmigungen, das unter bestimmten satzungsgemäßen Voraussetzungen greift.

Ein Rechtsstreit könnte das Vorhaben verzögern und die politischen Debatten über Auflagen zur Notstromversorgung, den Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen und die wirtschaftliche Entwicklung im Rheinischen Revier vertiefen. Kommunale Befürworter verweisen auf Investitionen und Arbeitsplätze, die das Projekt in einer vom Strukturwandel geprägten Region auslösen könne. Die Verbände halten dem entgegen, dass Standards für Klimaschutz, Luftreinhaltung und Bodenschutz aus ihrer Sicht konsequent angelegt werden müssten.

Endgültige Verwaltungsentscheidungen stehen noch aus. Die Angaben zu Zahl und Auslegung der Notstromanlagen beruhen auf den eingereichten Genehmigungs- und Umweltunterlagen sowie auf Berichten lokaler Medien. Microsoft hatte sich zuletzt in verschiedenen Stellungnahmen grundsätzlich zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und zum Einsatz erneuerbarer Energien bekannt; zur konkreten Notstromauslegung für Bergheim-Paffendorf verweisen die Verbände jedoch auf die aktuellen Antragsunterlagen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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