Die Martin‑Luther‑Universität Halle‑Wittenberg hat einen Datendiebstahl aus ihrem Bewerbungsportal bestätigt. Nach Angaben der Hochschule wurden am 14. Oktober 2026 Datensätze zu rund 51.000 Bewerbungen für das Sommersemester 2026 und das Wintersemester 2026/2027 abgegriffen. Bekanntgegeben wurde der Vorfall am 16. Oktober 2026. Die Universität prüft, ob und in welchem Umfang die Daten bereits weitergegeben oder veröffentlicht wurden.
Betroffen sein können laut Universität Bewerbernummern, Vor‑ und Nachname, Adresse, Telefonnummern, private E‑Mail‑Adressen, Geschlecht, Geburtsdatum und Geburtsort, Zulassungsstatus, Studiengang, Fachsemester sowie die im Portal hochgeladenen Bewerbungsdokumente. Zugangsdaten von Studierendenkonten oder Bankverbindungen werden im Bewerbungsportal den Angaben zufolge nicht gespeichert. Die Bewertung, ob einzelne Datenkategorien tatsächlich vollständig oder nur teilweise betroffen sind, ist Teil der laufenden forensischen Analyse.
Unmittelbar nach Bekanntwerden habe die Hochschulleitung einen Krisenstab eingesetzt. Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker leite die Koordination, der Prorektor für Digitale Transformation und Transfer Prof. Dr. Stefan Sackmann ist in die Aufarbeitung eingebunden. IT‑Mitarbeiter hätten Gegenmaßnahmen ergriffen, Systeme isoliert und Protokolle gesichert. Zudem seien die zuständigen Behörden und die Datenschutzaufsicht informiert und Strafanzeige erstattet worden. Als Ansprechperson benannte die Universität den Datenschutzbeauftragten Christian Neumeister.
Für Betroffene nennt die Hochschule konkrete Risiken: Mit Blick auf Phishing, Identitätsmissbrauch und gezielte Betrugsversuche empfiehlt sie erhöhte Aufmerksamkeit bei E‑Mails und Anrufen, das sorgfältige Prüfen von Absendern sowie das Nicht‑Weitergeben von Bankdaten oder Passwörtern. Bewerberinnen und Bewerber sollten außerdem die von ihnen im Verfahren hochgeladenen Dokumente prüfen und bei Auffälligkeiten die Hochschule oder die Polizei kontaktieren.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Cyberangriffen auf deutsche Bildungseinrichtungen ein und wirft Fragen zur Absicherung hochschulischer IT‑Infrastruktur auf. Die Universität betont, dass laufende Ermittlungen Priorität hätten. Ungeklärt sind derzeit die Identität der Angreifer, der genaue technische Angriffsweg und die Frage, ob die abgegriffenen Daten bereits im Netz kursieren. Aussagen zu möglichen Haftungsfragen oder Entschädigungen macht die Hochschule noch nicht und verweist auf den Abschluss der Untersuchungen. Über neue Erkenntnisse will sie fortlaufend informieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).