Die Universität Leipzig bleibt nach einem Cyberangriff vom 28. Oktober 2026 weiterhin in zentralen Bereichen offline. Die Hochschulleitung erklärte, dass die Wiederherstellung der Systeme voraussichtlich Wochen dauern kann. Aus Sicherheitsgründen wurden wesentliche IT‑Dienste abgeschaltet, darunter die Webpräsenz, E‑Mail‑Systeme sowie Lehr‑ und Prüfungsplattformen wie AlmaWeb und Moodle.
Ein Krisenstab aus Hochschulleitung und dem Zentrum für Kommunikations‑ und Informationsverarbeitung an der Universität Leipzig (ZKS) koordiniert die Analyse der betroffenen Systeme und die schrittweise Wiederinbetriebnahme. Nach Angaben der Universität dient die Abschaltung der forensischen Untersuchung und der Abwehr weiterer Angriffsversuche. Konkrete Informationen zu Tätern, Angriffsweg oder möglichen Forderungen liegen öffentlich bislang nicht vor.
Die Hochschule berichtete, dass Lehre, Kommunikation mit Studierenden und Verwaltungsabläufe spürbar beeinträchtigt sind. Veranstaltungen und Fristen werden teils verschoben. Präsenzangebote finden eingeschränkt statt; die Universitätsbibliothek ist geöffnet, allerdings mit funktionalen Einschränkungen. Priorität haben laut Krisenstab die Absicherung personenbezogener Daten, die Begrenzung möglicher Folgeschäden und eine gestaffelte Wiederherstellung zentraler Dienste.
In Mitteilungen vom 2. November 2026 betonte die Hochschulleitung, die vollständige Betriebsfähigkeit könne „Wochen in Anspruch nehmen“. Diese Zeiteinschätzung wurde als realistisch, nicht als Zusage, eingeordnet. Zuständigkeiten für mögliche Ermittlungen liegen bei den Sicherheitsbehörden; die Universität hat externe Partner und Behörden informiert.
Die Universität verweist für aktuelle Hinweise auf eine provisorische Informationsseite und auf offizielle Kommunikationskanäle. Formelle Entscheidungen zu Prüfungsfristen und Ersatzregelungen sollen bekanntgegeben werden, sobald die Lage ausreichend bewertet ist. Hinweise auf einen bestätigten großflächigen Datenabfluss liegen nach derzeitigen öffentlichen Aussagen nicht vor.
Hochschulen gelten seit Jahren als besonders verwundbar, weil sie komplexe, heterogene IT‑Landschaften betreiben und zugleich offene digitale Arbeitsumgebungen vorhalten. Der Fall in Leipzig reiht sich in eine Serie von Angriffen auf wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland ein. Für die Universität Leipzig steht kurzfristig die Stabilisierung des Lehrbetriebs im Mittelpunkt; mittelfristig dürfte die Priorität auf Härtung der Netze, Überprüfung von Notfallplänen und beschleunigter Wiederherstellung kritischer Anwendungen liegen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).