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Unternehmen in Deutschland zahlten 2025 85,6 Milliarden Euro Lohnfortzahlung

Eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft beziffert die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall 2025 auf 85,6 Milliarden Euro – ein neuer Höchstwert.

Berlin, 29. August 2026 – Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2025 nach einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft 85,6 Milliarden Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall aufgewendet. Die Schätzung basiert auf dem veröffentlichten Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft und wurde von mehreren Medien aufgegriffen. Erfasst sind neben den Bruttoentgelten modellhaft mitgerechnete Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.

Das Institut der deutschen Wirtschaft nennt drei Haupttreiber für das Rekordniveau: erstens nominal gestiegene Löhne, zweitens eine hohe Beschäftigung, die die Basis der Entgeltfortzahlung verbreitert, und drittens ein anhaltend erhöhter Krankenstand. Zudem könnten seit der Einführung elektronischer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen statistische Effekte die gemessenen Fehlzeiten beeinflussen. Daraus ließen sich methodisch bedingte Verschiebungen erklären; harte Rückschlüsse auf die tatsächliche Krankheitsdauer sind laut Institut nur eingeschränkt möglich.

Gegenüber 2024 ergibt sich damit ein deutlicher Zuwachs. Für das Vorjahr hatte das Institut – je nach Ansatz – rund 81 bis 82 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Autoren weisen darauf hin, dass die konkrete Höhe der Entgeltfortzahlung von Annahmen abhängt, etwa zur Entwicklung der Bruttoentgelte und zu den zugrunde gelegten Arbeitgeberbeiträgen. Der Kurzbericht liefert dazu die verwendeten Datenquellen und Rechenschritte.

Interessen und Bewertungen divergieren: Arbeitgeberverbände verweisen auf steigende Kosten und sprechen sich für administrative Entlastungen sowie die Prüfung von Ausgleichsmechanismen aus. Gewerkschaften warnen demgegenüber vor Leistungskürzungen, die den Schutz erkrankter Beschäftigter schwächen würden. Vorschläge, die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung schon ab dem ersten Krankheitstag generell vorzuschreiben, beurteilt das Institut zurückhaltend; zusätzlicher Aufwand könne Arztpraxen und Betriebe gleichermaßen belasten, ohne den Krankenstand verlässlich zu senken.

Offene Fragen betreffen Unterschiede zwischen Branchen und Betriebsgrößen, die Rolle von Langzeiterkrankungen sowie tarifliche Regelungen. Für belastbare Aussagen hierzu ist die detaillierte Methodik maßgeblich. Klar ist: Steigende Löhne und ein höherer Krankenstand erhöhen die Summe der Lohnfortzahlung, auch wenn Messänderungen durch elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen den Trend statistisch verstärken können. Für die wirtschaftspolitische Debatte in Deutschland liefern die Zahlen damit einen aktuellen Anknüpfungspunkt – über den Umfang und die Verteilung der Kosten ebenso wie über präventive Ansätze in Betrieben.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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