Mecklenburg-Vorpommern

AfD-Abgeordneter löst Eklat mit Handgeste im Landtag Mecklenburg-Vorpommern aus

Bei der konstituierenden Sitzung in Schwerin zeigte der AfD-Abgeordnete Tommy Thormann eine Handgeste, die teils als rechtsextremer Code gelesen wird. Fraktionen fordern eine Prüfung durch das Präsidium.

Bei der konstituierenden Sitzung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin am 21. Oktober 2026 hat der AfD-Abgeordnete Tommy Thormann mit einer Handgeste für einen Eklat gesorgt. Nach übereinstimmenden Berichten von Norddeutschem Rundfunk und Deutscher Presse-Agentur zeigte Thormann im Plenarsaal eine Geste, die in rechtsextremen Kreisen als „White Power“-Symbol gilt. Das kurze Video, das die Szene im Plenarsaal dokumentiert, wurde über Thormanns Instagram-Auftritt verbreitet und löste noch am Nachmittag parteiübergreifende Kritik aus.

Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) erhielt nach Angaben aus Parlamentskreisen einen schriftlichen Hinweis auf den Vorfall. Mehrere Fraktionen forderten das Präsidium auf, den Sachverhalt zu prüfen und gegebenenfalls ordnungsrechtliche Schritte zu beraten. Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Fraktionen bezeichneten die Geste als mit der Würde des Hauses unvereinbar und verlangten eine klare Einordnung durch die Parlamitätsleitung.

Thormann wies die Vorwürfe laut Medienberichten zurück. Er bestritt, den in extremistischen Milieus verwendeten Code bewusst eingesetzt zu haben, und erklärte, die Geste habe für ihn eine harmlose Bedeutung. Ungeachtet dessen verwiesen Kritiker darauf, dass das Zeichen im Alltagsgebrauch zwar als „Okay“-Geste vorkommt, in Teilen der rechten Szene aber als chiffriertes Bekenntnis gelesen wird. Dieser doppelte Kontext sei Abgeordneten bekannt und verpflichte zu besonderer Zurückhaltung im Plenarsaal.

Ob und in welcher Form der Vorfall parlamentarische Konsequenzen hat, war am Abend offen. Das Präsidium kann nach der Geschäftsordnung Ordnungsmaßnahmen beraten, wenn der geordnete Ablauf oder die Würde des Parlaments betroffen sind. Eine Entscheidung über mögliche Schritte wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Der Eklat fällt in die sensible Anfangsphase der neuen Wahlperiode. Beobachter betonen, dass die Außendarstellung des Parlaments gerade in konstituierenden Sitzungen besonders genau wahrgenommen wird. Entsprechend groß ist der Druck auf die Gremien, rasch für Klarheit zu sorgen: Einerseits geht es um die Abgrenzung gegenüber extremistischen Symbolen, andererseits um die sorgfältige Prüfung individueller Verantwortung und Absicht. Bis zur Einschätzung durch das Präsidium bleibt der Vorfall ein Politikum, das die Grenzen zulässiger Symbolik im Plenarsaal neu vermisst.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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