Bayern

Ärzte am Uniklinikum Regensburg warnen vor Risiken für Patienten

Der Marburger Bund Bayern meldet aus einer Umfrage deutliche Sicherheitsrisiken am Universitätsklinikum Regensburg; die Klinikleitung weist das zurück und kritisiert die Methodik.

Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Regensburg haben am 21. Oktober 2026 vor einer Gefährdung der Patientensicherheit durch Personalmangel gewarnt. Grundlage ist eine vom Marburger Bund Bayern vorgestellte Befragung unter 317 Ärztinnen und Ärzten am Uniklinikum Regensburg. Demnach gaben 72 Prozent an, im vergangenen Jahr mindestens eine Situation erlebt zu haben, in der die Patientensicherheit wegen Zeit- oder Personalmangels gefährdet war. Knapp 83 Prozent berichteten von mindestens einem Beinahe-Fehler; nahezu 99 Prozent erwarten, dass ein weiterer Abbau ärztlicher Stellen die Versorgung verschlechtern würde.

Der Marburger Bund Bayern bezeichnet die Ergebnisse als alarmierend und fordert Konsequenzen von der Klinikleitung und dem Freistaat Bayern. Andreas Botzlar, Vorsitzender des Landesverbands, warnte, das bisherige Sicherheitsnetz der Beschäftigten könne bei weiterem Stellenabbau „irgendwann reißen“. Er verlangte, geplante Personalreduzierungen zu stoppen und verbindliche Konzepte zur Sicherung von Versorgung, Forschung und Lehre vorzulegen.

Die Klinikleitung widerspricht. Das Uniklinikum Regensburg wies die Vorwürfe in einer Mitteilung zurück und kritisierte die Methodik der Erhebung. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor, nannte die Darstellung „alarmistisch“ und betonte, subjektive Einschätzungen dürften ohne belastbare Belege nicht zu weitreichenden Schlussfolgerungen über die Patientensicherheit führen. Zugleich erklärte die Leitung, man nehme die Arbeitsbelastung der Beschäftigten ernst und sei zu Gesprächen bereit.

Die Auseinandersetzung fügt sich in einen länger andauernden Konflikt um Personal- und Einsparpläne am Universitätsklinikum Regensburg. In den vergangenen Monaten hatte es Warnstreiks und Proteste gegen angekündigte Kürzungen gegeben. Im Bayerischen Landtag wurden Berichte zur strategischen Ausrichtung und zur personellen Entwicklung des Hauses angefordert. Auch überregional wird die Lage großer Universitätskliniken als strukturelle Herausforderung beschrieben, etwa mit Blick auf Finanzierung, Tarifbindung und Fachkräftemangel.

Die nun vorgelegten Zahlen sind eine Einschätzung des ärztlichen Personals und belegen vor allem wahrgenommene Risiken. Ob daraus bereits unmittelbare Versorgungsengpässe resultieren, lässt sich aus der teilnehmendenbasierten Umfrage nicht ableiten; die Klinikleitung fordert zusätzliche, belastbare Daten. Politische und organisatorische Konsequenzen hängen nun von Gesprächen zwischen Klinik, Beschäftigtenvertretungen und dem zuständigen Ministerium ab – sowie davon, ob geplante Personalmaßnahmen umgesetzt oder neu bewertet werden. Transparente Personalplanung und unabhängige Prüfungen der Patientensicherheit gelten als zentrale Voraussetzungen, um Vertrauen in die Versorgung am Standort Regensburg zu sichern.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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