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Verbünde streiten über höhere Vertriebsvergütung fürs Deutschlandticket

Im Koordinierungsrat und in Branchen­gremien wird Anfang November 2026 beraten, ob die Vergütung je verkauftem Abo von 2,87 auf 3,15 Euro steigt. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr verlangt eine gestaffelte Lösung; ein Beschluss liegt nicht vor.

Die künftige Höhe der Vertriebsvergütung beim Deutschlandticket ist erneut strittig. Nach übereinstimmenden Branchenberichten wird in Gremien des Koordinierungsrats sowie in Gesellschafter- und Verbandsrunden eine Erhöhung der Pauschale pro verkauftem Abonnement von derzeit 2,87 Euro auf 3,15 Euro beraten. Eine Entscheidung lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) wendet sich gegen eine einheitliche Anhebung. VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke argumentiert, eine pauschale Erhöhung begünstige große Vertriebsplattformen, während regionale Partner mit höherem Aufwand zurückfielen. Der VRR wirbt daher für eine gestaffelte Vergütung, die verschiedene Vertriebskanäle und Marktanteile abbildet. Zugleich betont der Verbund, die Vertriebsvergütung müsse transparent und wettbewerbsneutral ausgestaltet werden.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) verweist auf die bestehenden Regelwerke. Nach Verbandsangaben wird die Ausgestaltung der Vertriebsanreize in vertraglichen Strukturen rund um den bundesweiten Einnahmenaufteilungsvertrag und unter Beachtung kartell- und vergaberechtlicher Vorgaben behandelt. Aus dem Verband heißt es, Ziel bleibe ein praktikabler, rechtssicherer Rahmen für alle Vertriebspartner.

Hintergrund der Debatte ist die Verteilung knapper Mittel im öffentlichen Personennahverkehr. Rechenbeispiele in Berichten zeigen: Schon geringe Anpassungen der Pauschale summieren sich bei Millionen Abos zu zweistelligen Millionenbeträgen. Die Frage, wie viel von den von Bund und Länder bereitgestellten Ausgleichsmitteln für Vertrieb und Service gebunden wird und wie viel für Betrieb und Infrastruktur verbleibt, ist entsprechend umkämpft. Unabhängig davon gilt: Änderungen der Vertriebsvergütung betreffen nicht den Endpreis des Deutschlandtickets unmittelbar; sie wirken jedoch auf die Finanzen der beteiligten Unternehmen.

Der Koordinierungsrat steuert die Grundsatzfragen des Deutschlandtickets und dient Bund und Länder als Beratungs- und Abstimmungsgremium mit Verkehrsbranche und Verbünden. In den vergangenen Monaten hatten mehrere Unternehmen auf steigende Kosten im Vertrieb und in der Kundenbetreuung verwiesen, etwa für IT-Schnittstellen, Missbrauchsprävention und Kulanzprozesse. Kritiker einer höheren Pauschale halten dagegen, Effizienzgewinne im digitalen Abovertrieb müssten auch zu geringeren Stückkosten führen.

Bis zur Beschlussfassung bleibt offen, ob es bei einer einheitlichen Vergütung je Abo bleibt oder ob differenzierte Sätze nach Kanal, Leistung oder Qualitätselementen kommen. Klar ist: Erst wenn Koordinierungsrat sowie die zuständigen Gesellschafter- und Verbandsgremien entscheiden, lässt sich die finanzielle Wirkung auf Verbünde und Verkehrsunternehmen belastbar bilanzieren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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