Die Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau hat vor erheblichen Folgen steigender Trassenpreise gewarnt. Nach dem zweitägigen Treffen am 21. und 22. Oktober 2026 sagte der Vorsitzende, Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, ohne zusätzliche Bundesmittel drohten Abbestellungen von Regionalverkehren und höhere Fahrpreise. Die Länder fordern den Bund auf, die Regionalisierungsmittel zu erhöhen und das System der Trassenentgelte zu überprüfen.
Auslöser der Debatte sind Anpassungen im Trassenpreissystem und europäische Rechtsprechung, die für 2025 und 2026 eine Neubewertung der Schienenmaut erforderlich machten. Vertreter mehrerer Länder verwiesen auf bereits gestiegene Kosten für Personal, Energie und Material. Sollte der Bund die Regionalisierungsmittel nicht anheben, sei die Finanzierung des heutigen Angebots im Regionalverkehr gefährdet, hieß es nach Teilnehmerangaben.
Verbände aus der Branche hatten in den vergangenen Monaten deutliche Anhebungen der Trassenentgelte bis Ende 2026 als möglich bezeichnet. Diese Einschätzungen sind keine offiziellen Beschlüsse, sie prägen aber die Kalkulationen der Aufgabenträger. Konkrete Summen oder feste Zusagen nannten die Länder in Hohenschwangau nicht. Bestätigt wurde, dass die Frage der Finanzierung und eine Reform der Trassenpreise in Gesprächen mit dem Bund weiterverhandelt werden sollen.
Als mögliche Folgen steigender Trassenpreise wurden in Hohenschwangau ausgedünnte Fahrpläne, Abbestellungen einzelner Linien sowie Aufschläge beim Deutschlandticket genannt. Mehrere Ressortchefs betonten, dies seien letzte Optionen, falls der Bund nicht nachsteuere. Der öffentliche Verkehr müsse verlässlich bleiben, um Pendlerinnen und Pendler zu halten und verkehrs- und klimapolitische Ziele nicht zu gefährden, argumentierten die Länder.
Der Bund war auf der Konferenz nicht Beschlussadressat, steht jedoch im Zentrum der Forderungen: Die Länder verweisen auf seine Verantwortung für die Finanzierung des Schienennetzes und die ausreichende Ausstattung der Regionalisierungsmittel. Über die genaue Ausgestaltung weiterer Schritte – einschließlich möglicher Rechtswege – soll in den kommenden Wochen entschieden werden. Ein verbindlicher Finanzierungsbeschluss lag zum Abschluss der Verkehrsministerkonferenz nicht vor.
Die Debatte um Trassenpreise und Regionalisierungsmittel trifft auf ein ohnehin angespanntes Umfeld im Regionalverkehr. Während Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge langfristig wirken, schlagen kurzfristige Kostenänderungen unmittelbar auf die Bestellungen der Länder durch. Sie sehen den Bund in der Pflicht, kurzfristige Preissprünge abzufedern und planbare Rahmenbedingungen zu sichern.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).