Mehrere aktuelle Studien und Umfragen belegen, dass sich viele Personen in Deutschland nachts in Bus und Bahn unwohl oder unsicher fühlen. Das Bundeskriminalamt erhebt seit 2020 in der SKiD-Reihe Daten zum Sicherheitsempfinden; frühere Wellen und Auswertungen zeigten bereits, dass besonders Frauen nachts häufiger angeben, Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meiden oder sich dort unsicher zu fühlen. Diese Diskrepanz zwischen subjektivem Sicherheitsgefühl und gemeldeter Kriminalität wird auch in regionalen Untersuchungen bestätigt.
Eine Auswertung, die in Berichten zu den SKiD-Daten zitiert wird, nannte als Ergebnis, dass nur rund ein Drittel der befragten Frauen nachts im ÖPNV ein sicheres Gefühl angibt (Sachstand aus früheren SKiD-Auswertungen, zuletzt in Berichterstattungen 2022/2024 aufgeführt). Kommunale Studien verstärken diesen Befund: Eine Untersuchung in München ergab, dass knapp 28 Prozent junger Frauen bereits sexuelle Belästigung in Nahverkehrsmitteln erlebt hatten; viele berichten, nachts Verkehrsmittel zu meiden oder Verhaltensstrategien zu entwickeln, um das eigene Sicherheitsgefühl zu erhöhen.
Die Befunde zeigen zwei Ebenen: Zum einen das reale Risiko, das sich aus Straftaten im öffentlichen Raum ergibt; zum anderen das subjektive Empfinden, das von Beleuchtung, Sauberkeit, Präsenz von Personal oder Polizei, Information und dem sozialen Klima in den Fahrzeugen abhängt. Forschende und Behörden unterscheiden ausdrücklich zwischen beiden Ebenen: Während die Polizeiliche Kriminalstatistik regional Schwankungen bei Straftaten ausweist, bleibt das Empfinden vieler Fahrgäste stabil negativ, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden.
Städte und Verkehrsunternehmen setzen unterschiedliche Maßnahmen an: erhöhte Präsenz von Kontrolleuren und Polizei, verbesserte Beleuchtung an Haltestellen, Informationskampagnen, jedoch auch technische Lösungen wie Notruf-Apps oder Überwachungskameras. Evaluationsstudien und Expertinnen und Experten mahnen, Maßnahmen an den belegten Ursachen auszurichten und die Wirksamkeit systematisch zu prüfen.
Für die politische Debatte ist bedeutsam, dass Wahrnehmung und Realität auseinanderfallen können; dennoch haben empfundene Unsicherheit und konkrete Vorfälle reale Folgen für Mobilität, Gleichberechtigung und Teilhabe am öffentlichen Leben. Konkrete Verbesserungen erfordern eine Kombination aus Prävention, sichtbarer Präsenz und einer transparenten Evaluation der Maßnahmen, mit klaren Zeitangaben und Verantwortlichkeiten seitens Kommunen und Verkehrsunternehmen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).