Katharina von Schnurbein, die künftige Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, warnt vor einer offenen und schamlosen Verbreitung von Judenfeindlichkeit. In einem am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Interview, über das der Deutschlandfunk berichtete, sagte sie, viele Antisemiten fürchteten offenbar keine Konsequenzen mehr. Ihre Einschätzung bezog sie auf Entwicklungen in Deutschland, insbesondere auf Hassrede und Hetze im digitalen Raum.
Das Bundeskabinett hatte von Schnurbein am 14. Oktober 2026 zur Nachfolgerin im Amt berufen. Die Stelle ist beim Bundesinnenministerium angesiedelt. Zu den Aufgaben gehören die Koordinierung ressortübergreifender Maßnahmen, die Ansprechfunktion für jüdische Gemeinden und zivilgesellschaftliche Träger sowie die Förderung von Prävention, Aufklärung und Bildungsarbeit. Eigene Sanktionsbefugnisse hat die Beauftragte nicht; Durchsetzungskraft, Vernetzung mit Ländern und Kommunen sowie die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden und Plattformbetreibern gelten als zentrale Hebel.
Von Schnurbein war seit Dezember 2015 als Koordinatorin der Europäischen Kommission für die Bekämpfung von Antisemitismus tätig. Befürworter verweisen auf ihre internationale Erfahrung und erwarten Impulse für grenzüberschreitende Kooperationen gegen Hasskriminalität. Der Zentralrat der Juden begrüßte die Berufung und warb für enge Zusammenarbeit. Kritische Stimmen mahnen zugleich konkrete Schritte an, etwa verbindliche Meldewege für digitale Plattformen, den Ausbau von Meldestellen und zusätzliche Ressourcen für die Strafverfolgung.
Ein unmittelbares Gesetzesvorhaben wurde zur Berufung nicht angekündigt. Entscheidungen über mögliche Anpassungen von Lösch- oder Meldepflichten und über strafrechtliche Nachschärfungen liegen beim Gesetzgeber. Beobachter rechnen damit, dass von Schnurbein die Debatte über Prävention, Meldestrukturen und die Unterstützung jüdischen Lebens in Deutschland prägen wird.
Mit Blick auf jüngste Vorfälle betonte von Schnurbein, dass eine sichtbare und konsequente Reaktion von Staat und Gesellschaft notwendig sei. Zugleich verwies sie auf die Bedeutung verlässlicher Daten, vernetzter Beratungsangebote und zielgenauer Bildungsarbeit, um Radikalisierung früh zu begegnen. Die Bundesregierung stellt die Berufung in den Kontext ihrer Strategie gegen Antisemitismus; Details zur Ausgestaltung der künftigen Arbeit im Amt werden zum Amtsantritt erwartet.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltend hoher Fallzahlen bei antisemitischen Straftaten. In Berlin wird die neue Beauftragte die Abstimmung mit Bundesressorts, Ländern und Kommunen koordinieren und als Schnittstelle zu Zivilgesellschaft, Wissenschaft und jüdischen Organisationen fungieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).