Kurzmeldung
Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, hat am 22. September 2026 in einem Interview auf Deutschlandfunk eine Neuorientierung der wirtschaftspolitischen Debatte verlangt. Sie forderte eine klare Wachstumsagenda und eine aktive Industriepolitik statt pauschaler Kürzungen bei Sozialleistungen oder Einschnitte in Arbeitsrechte. Fahimi machte deutlich, dass staatlich unterstützte Investitionen, gezielte Förderung von Zukunftsbranchen und Maßnahmen zur Stärkung von Tarifbindungen nach Ansicht des Gewerkschaftsbundes zentrale Bausteine für Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit seien.
Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes nannte Fahimi Arbeitszeitpolitik, Qualifizierungsoffensiven und Infrastrukturinvestitionen als Handlungsfelder, mit denen Nachfrage für in Deutschland produzierte Vorprodukte gestärkt und klimafreundliche Wertschöpfungsketten aufgebaut werden könnten. Als Gegenentwurf zu Vorschlägen, die Wachstum mit Einsparungen im Sozialbereich erzielen wollten, betonte sie, Sozialleistungen und Arbeitsrechte seien kein Geschenk der Politik, sondern hart erkämpftes Recht der Beschäftigten.
Der DGB kündigte zugleich einen bundesweiten Protesttag für Samstag, den 26. September 2026, an. Fahimi begründete den Aufruf zu Demonstrationen damit, dass Gewerkschaften angesichts politischer Vorhaben Öffentlichkeit schaffen und den Erhalt von Sozialstandards verteidigen müssten. Politik und Parlament wurden in der Sendung aufgefordert, präzise Angaben zur Finanzierung einer Wachstumsagenda, zu den Zielsektoren und zu zeitlichen Vorgaben zu machen.
Politisch stellt die Forderung die Koalition vor Entscheidungen: Soll der Schwerpunkt stärker auf staatliche Investitionsimpulse und die Schaffung von Leitmärkten gelegt werden, sind konkrete Gesetzes- und Finanzierungsmodelle nötig. Der DGB sieht sich dabei als Akteur für Tarifinitiativen und Qualifizierungsmaßnahmen; Arbeitgeberverbände und wirtschaftspolitische Institute werden voraussichtlich eine differenzierte Debatte über Marktmechanismen und Wettbewerbsfähigkeit führen. Konkrete Gesetzesvorhaben kündigte Fahimi im Interview nicht an; ihre Aussagen sind als politische Positionen und Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu verstehen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).