Bundesaußenminister Johann Wadephul hat am 26. September 2026 in New York den russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen. Nach Angaben der deutschen Delegation war es das erste direkte Gespräch der Außenminister beider Staaten seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Das bilaterale Treffen fand am Rande der Generaldebatte der Vereinten Nationen statt.
Wadephul begründete das Gespräch in den tagesthemen mit der Notwendigkeit, auch mit politischen Gegnern zu reden, um Risiken zu begrenzen und Kanäle in Krisensituationen offen zu halten. Zugleich stellte die Bundesregierung klar, dass der Kurs gegenüber Moskau davon unberührt bleibt: Die militärische, humanitäre und finanzielle Unterstützung der Ukraine werde fortgesetzt, die Sanktionen gegen Russland gelten weiter. Das Auswärtige Amt betonte, das Treffen bedeute keine Kurskorrektur und keine Aufweichung bestehender Maßnahmen.
Aus Moskau verlautete, Lawrow habe Gesprächsbereitschaft über Schritte hin zu einem dauerhaften Frieden signalisiert. In Berlin und anderen Hauptstädten der Europäischen Union wurden solche Ankündigungen zurückhaltend bewertet. Kommentatoren verwiesen darauf, dass Bewertungen an überprüfbarem Verhalten zu messen seien, etwa an Rückzügen, Waffenstillständen oder an der Einhaltung internationalen Rechts. Konkrete Zusagen oder Zeitpläne wurden nach dem Treffen nicht mitgeteilt.
Diplomatisch werten Beobachter den Kontakt als begrenzten, pragmatischen Schritt: Die Wiederaufnahme eines direkten Gesprächsfadens auf Ministerebene schafft Möglichkeiten, kritische Themen unmittelbar zu adressieren, ohne die politischen Gegensätze zu überdecken. Die Bundesregierung kündigte an, weitere Schritte eng mit Partnern in der Europäischen Union und in der NATO abzustimmen. Über zusätzliche Termine oder Formate lag am Wochenende keine Auskunft vor.
Der Zeitpunkt des Treffens am Rande der UN-Generalversammlung ist für solche Unterredungen typisch, weil sich dort zahlreiche Gesprächsgelegenheiten ergeben, ohne formale Vorfestlegungen. Inhaltlich blieb der bekannte Rahmen maßgeblich: Unterstützung für die Ukraine, Verteidigung der Souveränität und territoriale Integrität, und die Erwartung, dass Russland seine völkerrechtswidrigen Handlungen beendet. Welche praktischen Folgen das New Yorker Gespräch haben wird, ist offen. Es markiert jedoch die Wiederaufnahme eines direkten Arbeitskontakts, der sich am klaren politischen Kurs Berlins messen lassen muss.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).