Am 1. November 2026 rufen Verbraucherzentralen und Polizeibehörden in Deutschland nochmals zur Vorsicht beim Handel auf der Plattform Vinted auf. Untersuchungen und Meldungen aus mehreren Bundesländern zeigen, dass seit 2024 verschiedene Betrugsformen fortbestehen und sich technisch weiterentwickelt haben; dabei sind Käuferinnen, Käufer und private Verkäuferinnen sowie Verkäufer gleichermaßen betroffen.
Zentrale Gefahren bestehen in gefälschten Zahlungsseiten, Phishing‑Links und manipulativen Rückerstattungsforderungen. Die Plattform weist Userinnen und User darauf hin, ausschließlich die interne Zahlungsabwicklung zu nutzen und keine externen Links anzuklicken. Die Funktion „Sicher bezahlen“ soll Käufe schützen, wird aber von Kriminellen gezielt nachgeahmt; die Verbraucherzentrale mahnt daher besondere Aufmerksamkeit bei unaufgeforderten Mails oder Chat‑Links an.
Eine verbreitete Masche ist das Vorspiegeln einer Zahlung oder die Aufforderung, Geld per sogenannter „Freunde und Familie“-Option bei PayPal zu überweisen. Verbraucherzentralen dokumentieren Fälle, in denen anschließend weder Ware noch Schutz durch die Plattform verfügbar waren. Ebenfalls häufig sind „Rücküberweisungs‑Betrug“ und Phishing‑Seiten, die nach Zugangsdaten oder Kreditkarteninformationen fragen.
Für Verkäuferinnen und Verkäufer bestehen zusätzliche Risiken: Die unbefugte Weiterverbreitung von Tragebildern sowie das Ersetzen der versandten Ware durch minderwertige oder andere Gegenstände beim Empfang werden von Beratungsstellen regelmäßig berichtet. Die Verbraucherzentrale rät daher, Waren neutral zu präsentieren, Sendungen sicher zu frankieren und Paketöffnungen im Beisein des Zustellers zu dokumentieren.
Polizeipräsidien in mehreren Regionen empfehlen, bei verdächtigen Kontakten keine Daten preiszugeben, Bankinstitute sofort bei unautorisierten Zahlungen zu informieren und Anzeige zu erstatten. Auch die Nutzung offizieller Hilfeseiten der Plattform und die Prüfung von Bewertungen und Profilhistorie gehören zu den vorbeugenden Schritten.
Rechtlich bleiben Betroffene mitunter aufwändigem Verfahren gegenüber, da sich Täter häufig im Ausland befinden und Beweissicherung schwierig ist. Schutz bietet vor allem misstrauisches Verhalten: keine externen Links, nur offizielle Zahlwege verwenden, bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen die Bank konsultieren und Belege sichern.
Die kombinierte Warnung von Verbraucherzentrale, Polizei und der Plattform selbst unterstreicht, dass Second‑Hand‑Marktplätze zwar Chancen für nachhaltigen Konsum bieten, zugleich aber weiterhin ein strukturelles Sicherheitsrisiko für Nutzerinnen und Nutzer darstellen. Konkrete Hinweise und Meldewege sind auf den Hilfeseiten der beteiligten Stellen beschrieben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).