Gesundheit

Welt-Sepsis-Tag: Kliniken und Verbände fordern bessere Früherkennung in Deutschland

Zum Welt-Sepsis-Tag warnen Fachgesellschaften und Initiativen vor anhaltenden Lücken bei Erkennung, Qualitätssicherung und Datenlage. Neue Verfahren sollen Behandlungen vergleichbarer machen.

Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September rufen Kliniken, Fachgesellschaften und Patienteninitiativen in Deutschland zu mehr Aufmerksamkeit für die frühe Erkennung und Behandlung von Sepsis auf. Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organfunktionsstörung infolge einer fehlgesteuerten Immunreaktion auf Infektionen. Das Robert Koch-Institut beschreibt sie als schwerste Verlaufsform von Infektionen und mahnt, Warnzeichen rasch ernst zu nehmen.

Aktueller Anlass der Appelle sind laufende Kampagnen und die Einführung neuer Instrumente zur Qualitätssicherung. Seit dem 1. Januar 2026 erfasst das Verfahren QS Sepsis systematisch klinisch relevante Behandlungsdaten in deutschen Krankenhäusern. Das vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) verantwortete Verfahren soll die Versorgungsqualität messbar und vergleichbarer machen und so die Sterblichkeit senken. Für das erste Erfassungsjahr 2026 ist eine einrichtungsbezogene Veröffentlichung der Ergebnisse ausgesetzt; zunächst steht der Aufbau stabiler Datengrundlagen im Vordergrund.

Fachvertreter betonen, dass die öffentliche Wahrnehmung der Sepsis ihrer klinischen Bedeutung hinterherhinkt. Unterschiedliche Erhebungsmethoden und Kodierpraktiken führen zudem zu abweichenden Schätzungen bei Fall- und Todeszahlen. Das erschwert Vergleiche zwischen Kliniken und Bundesländern und behindert die gezielte Prävention. Das Robert Koch-Institut weist auf methodische Grenzen der Todesursachenstatistik hin und sieht Bedarf an konsistenteren Meldestrukturen.

Die Sepsis-Stiftung und die Kampagne Deutschland erkennt Sepsis fordern daher neben der Krankenhausdokumentation eine Stärkung der ambulanten Früherkennung. Empfohlen werden bundesweit mehr Schulungen für Pflegekräfte und Rettungsdienste sowie Informationsangebote für die Bevölkerung. Als Alarmsignale gelten unter anderem plötzlich einsetzende Atemnot, Verwirrtheit, ein sehr schneller Puls oder ein starker Abfall des Blutdrucks. Entscheidend sei, dass Betroffene und Angehörige bei Verdacht umgehend ärztliche Hilfe suchen und dass im Rettungsdienst und in der Notaufnahme standardisierte Abläufe greifen.

Mehrere Verbände dringen zudem auf klarere Kodier- und Meldewege, um Trends verlässlich abzubilden und Versorgungsdefizite zu identifizieren. Erst mit konsistent erhobenen, nationalen Daten ließen sich Aussagen zu vermeidbaren Todesfällen fundiert treffen. Die neue Qualitätssicherung QS Sepsis wird von Fachleuten als wichtiger Schritt gewertet, ersetzt aber nach Einschätzung aus der Praxis nicht die nötige Aufklärung und die schnelle Anwendung evidenzbasierter Behandlungsprotokolle im Alltag der Kliniken und Praxen.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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