Aktuell

Weserfähre Bremerhaven: Anleger bleibt für Autos gesperrt, Neubau bis Ende November 2026

Nach schweren Schäden durch Bohrmuscheln wird der Fähranleger in Bremerhaven nicht mehr in Holz, sondern als Stahlbau erneuert. Für Kraftfahrzeuge bleibt die Verbindung seit Juni 2026 gesperrt; die Fertigstellung ist für Ende November 2026…

Der Anleger der Weserfähre in Bremerhaven wird nach massiven Schäden durch Bohrmuscheln als Stahlbau neu errichtet. Bis zur voraussichtlichen Fertigstellung Ende November 2026 bleibt die Verbindung für Kraftfahrzeuge gesperrt; die Fähre transportiert derzeit nur Fußgänger und Radfahrende. Die Betreiberin begründet die Sperre mit Setzungsrissen und abgesackten Fundamentbereichen infolge großflächiger Fraßgänge in der Holzkonstruktion.

Nach Angaben des Betreibers hat sich die Sanierung als komplexer erwiesen als zunächst kalkuliert. Die alte Holzkonstruktion wird schrittweise abgesägt und demontiert. Parallel läuft das Vergabeverfahren, das in verkürzter Form organisiert wurde, um die Arbeiten zu beschleunigen. Fest steht nach derzeitigem Planungsstand, dass der Neubau als Stahlbau ausgeführt wird. Konkrete Aussagen zu endgültigen Kosten und deren Aufteilung zwischen öffentlicher Hand und Betreiberin stehen noch aus.

Für Pendlerinnen und Pendler sowie die regionale Logistik hat die Sperrung spürbare Folgen. Weil Rampen und Ausweichstellen fehlen, ergeben sich für den Kraftverkehr Umwege von bis zu rund 35 Kilometern, häufig über den Wesertunnel. Verkehrsbehörden rechnen mit veränderten Strömen im Umland und temporären Engpässen an neuralgischen Knotenpunkten. Kommunale Stellen in Bremerhaven und auf der gegenüberliegenden Weserseite koordinieren Umleitungen und zusätzliche Hinweise an den Zufahrten zu den Häfen.

Fachleute raten von vorschnellen Ursachenfestlegungen ab. Bohrmuscheln (Teredo navalis) sind in der Nordsee seit Langem bekannt; ihr Befall hängt laut Wissenschaftlern des Thünen‑Instituts unter anderem von Salzgehalt, Wassertemperatur und Strömungsverhältnissen ab. Das Institut führt seit Mai 2025 Feldversuche mit verschiedenen Hölzern durch, um Dauerhaftigkeit und Schutzmöglichkeiten zu vergleichen. Ein abschließendes Gutachten zur konkreten Schadensursache am Bremerhavener Anleger liegt noch nicht vor. Die Betreiberin verweist deshalb auf vorsorgliche Materialumstellung und verstärkte Kontrollen.

Der Vorfall hat eine breitere Debatte über geeignete Materialien für Küsteninfrastruktur ausgelöst. Neben Holz rücken Stahlbau und dauerhaft geschützte Verbundwerkstoffe in den Fokus. Ingenieurbüros verweisen auf höhere Anfangsinvestitionen, aber potenziell längere Inspektionsintervalle und planbarere Wartung. Umweltaspekte wie Korrosionsschutzsysteme und deren Einfluss auf Gewässer werden in den Genehmigungen abgewogen. Bis zur Wiederfreigabe für Fahrzeuge bleibt das eingeschränkte Fährangebot bestehen; der Zeitplan ist nach derzeitigem Stand realistisch, kann sich aber witterungs- und tidebedingt verschieben.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk