Wiesbaden, 29. September 2026 – In Deutschland entfielen im Jahr 2025 rund 95 Prozent des steuerlich berücksichtigten Gesamtwerts von Erbschaften und Schenkungen auf die westlichen Bundesländer. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Finanzämter veranlagten in Westdeutschland Vermögensübertragungen im Wert von 142,5 Milliarden Euro, in den östlichen Ländern und Berlin waren es 8,0 Milliarden Euro. Die Angaben stammen aus der Reihe Zahl der Woche und beziehen sich auf das Berichtsjahr 2025.
Der statistische Befund verdeutlicht eine starke regionale Konzentration höherer steuerlich relevanter Vermögensübertragungen in Westdeutschland. Er spiegelt bestehende Unterschiede in Vermögensbeständen, Immobilien- und Unternehmenswerten sowie dem Aufkommen großer Einzelfälle wider. Ein direkter Rückschluss auf die Gesamtheit aller Erbschaften und Schenkungen ist jedoch nicht möglich, weil die Statistik nur veranlagte Fälle erfasst.
Methodisch weist das Statistische Bundesamt darauf hin, dass die Unterlagen der Finanzämter die Grundlage bilden. Erfasst werden Erbschaften und Schenkungen, die steuerlich zu veranlagen sind. Übertragungen innerhalb der persönlichen Freibeträge erscheinen in der Regel nicht in diesen Summen. Die regionale Zuordnung richtet sich nach der Zuständigkeit der Finanzverwaltung im jeweiligen Fall.
Die Zahlen ordnen sich in eine Reihe jüngerer Veröffentlichungen zu Erbschaft- und Schenkungsteuer ein. Bereits zuvor hatte Destatis über ein hohes Aufkommen bei veranlagten Vermögensübertragungen im Jahr 2025 berichtet. Maßgeblich für die ausgewiesenen Beträge sind unter anderem die Bewertung von Immobilien und Betriebsvermögen sowie die Verteilung großer Übertragungen über wenige Fälle, die das Gesamtbild stark beeinflussen können. Unterschiede zwischen Westdeutschland und den östlichen Ländern und Berlin zeigen sich dabei seit Jahren stabil, schwanken aber in der Höhe je nach Bewertungs- und Marktlage.
Fiskalisch ist die Entwicklung für die Länder relevant: Die Erbschaft- und Schenkungsteuer ist eine Landessteuer. Eine regionale Konzentration veranlagter Vermögensübertragungen wirkt sich daher auf die Verteilung der Steuereinnahmen zwischen den Ländern aus. Aussagen über die tatsächliche Vermögensverteilung in der Bevölkerung lassen sich aus den hier berichteten Steuerdaten allerdings nur eingeschränkt ableiten, weil nicht veranlagte beziehungsweise freigestellte Übertragungen unberücksichtigt bleiben.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht weiterführende Detailtabellen zu Erbschaft- und Schenkungsteuer nach Ländern und Vermögensarten. Die jetzt gemeldeten Werte fassen die im Jahr 2025 veranlagten Beträge zusammen und geben damit den aktuellsten verfügbaren Stand wieder.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).