Auf dem Oktoberfest 2026 in München hat sich am 24. September die Initiative „Bedienungen gegen Rechts“ gebildet. Nach Angaben von BR24 schlossen sich Servicekräfte auf der Theresienwiese zusammen, um auf diskriminierende Vorfälle aufmerksam zu machen, Schutzangebote sichtbarer zu machen und sich gegenseitig zu unterstützen. Auslöser seien Berichte über verbale und teils tätliche Übergriffe sowie eine wahrgenommene Zunahme rechtsnationaler Ausfälle seit Beginn des Festbetriebs.
Die beteiligten Wiesn-Bedienungen wollen demnach mit Gesprächen, sichtbaren Hinweisen und Informationsmaterial für ein respektvolles Miteinander werben. Ein Ziel ist, Betroffene und Zeuginnen und Zeugen zu ermutigen, Vorfälle frühzeitig zu melden und klare Meldewege zu nutzen – sei es beim Sicherheitsdienst, bei der Polizei oder über vorhandene Anlaufstellen. Konkrete Zahlen zu gemeldeten Zwischenfällen legte das Bündnis zunächst nicht vor.
Städtische Stellen und die Veranstaltungsleitung äußerten sich zurückhaltend unterstützend. Vertreterinnen und Vertreter der Zeltbetreiber betonten, Diskriminierung, Rassismus und Sexismus würden auf der Wiesn nicht geduldet; bestehende Meldewege seien eingerichtet. Die Landeshauptstadt München verweist auf bereits etablierte Präventions- und Schutzstrukturen. Dazu zählt insbesondere das Projekt „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“, das niedrigschwellige Hilfe und Beratung anbietet. Polizei und Ordnungsbehörden unterstreichen ihre Präsenz während des Festbetriebs und verweisen auf die Möglichkeit, Straftaten – etwa gegen die sexuelle Selbstbestimmung oder politisch motivierte Delikte – beim Polizeipräsidium München anzuzeigen.
Die neue Initiative versteht sich als Ergänzung dieser Strukturen. Ihr Augenmerk liegt auf frühzeitiger Ansprache im direkten Kontakt mit dem Publikum, auf solidarischer Unterstützung im Team und auf klaren Abläufen, wenn sich Situationen zuspitzen. Aus Sicht von Beschäftigten kann die gestiegene Sichtbarkeit helfen, Hemmschwellen zu senken und Verantwortlichkeiten in den Festzelten zu schärfen.
Offen ist, ob „Bedienungen gegen Rechts“ über die Laufzeit des Oktoberfestes hinaus fortgeführt und organisatorisch verstetigt wird – etwa als feste Meldestelle oder durch verbindliche Schulungen für Servicepersonal und Ordnerinnen und Ordner. Klar ist: Die Erfahrungen aus dem diesjährigen Fest liefern Hinweise, wo Kommunikation, Einweisung der Zeltbetreiber und Erreichbarkeit von Hilfsangeboten weiter verbessert werden können. Die Debatte berührt damit Grundfragen von Sicherheit, Arbeitsbedingungen und dem Umgang mit politischen Anfeindungen auf großen Volksfesten in Deutschland.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).