Aktuell

Wohnungslosigkeit steigt, Kommunen kürzen Hilfen

Aktuelle Daten zeigen anhaltend hohe Zahlen untergebrachter wohnungsloser Menschen. Zugleich melden Verbände und Städte Kürzungen bei Angeboten der Hilfe.

Die Zahl der in Einrichtungen untergebrachten wohnungslosen Menschen bleibt in Deutschland hoch, während vielerorts an der Hilfe gespart wird. Laut Statistisches Bundesamt verzeichnen die jüngsten abrufbaren Daten eine anhaltend große Gruppe untergebrachter Personen; Verbände berichten für den Verlauf des Jahres 2026 unverändert von einer Lage im unteren bis mittleren Hunderttausenderbereich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe verweist zudem auf rund 474.000 untergebrachte Menschen in der Bundesstatistik der Vorjahre und bewertet den Trend als stabil hoch.

Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und der Diakonie Deutschland stehen zentrale Angebote der Wohnungslosenhilfe in mehreren Kommunen unter Spardruck. Eine BAGW-Befragung aus dem Jahr 2025 ergab, dass etwa 17 Prozent der befragten Einrichtungen von Kürzungen betroffen oder akut gefährdet waren. Als Gründe nennen Träger steigende Energie- und Personalkosten sowie Unsicherheiten in der kommunalen und projektbezogenen Finanzierung. Die Diakonie fordert ein koordiniertes Sofortprogramm, um mehr Menschen zügig in regulären Wohnraum zu bringen, und warnt vor zunehmender verdeckter Wohnungslosigkeit.

Kommunen reagieren unterschiedlich. Einige Städte stärken Prävention, etwa durch Schuldnerberatung und Housing First, um Wohnungsverluste zu vermeiden und den unmittelbaren Übergang in Mietverhältnisse zu ermöglichen. Andere melden Einschränkungen bei niedrigschwelligen Angeboten, was Reichweite und Öffnungszeiten begrenzt. Fachstellen berichten von längeren Verweildauern in Notunterkünfte, wenn Anschlusswohnraum fehlt.

Die Bundesregierung hat Instrumente zur Datenerhebung und Prävention ausgebaut. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verweisen auf verbesserte Erhebungen im Rahmen der Wohnungslosenberichterstattung und auf Programme zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit. Unabhängige Expertisen und Stellungnahmen aus der Praxis betonen jedoch, dass ohne verlässliche, dauerhafte Finanzierung das Hilfesystem zur „Spargröße“ werde und Präventionsketten reißen könnten.

Unmittelbare Folgen der Einschnitte sind laut Trägern: weniger Plätze in Beratungsstellen, seltener erreichbare Clearingstellen und längere Wartezeiten bei der Vermittlung in Wohnungen oder betreute Angebote. Prognosen hängen von Haushaltsentscheidungen in Bund und Ländern ab. Belegt ist indes die Schere zwischen steigender Nachfrage nach Unterstützung und sinkender Leistungsfähigkeit einzelner Angebote – mit dem Risiko, dass Wohnungslosigkeit länger andauert und schwieriger zu beenden ist.

Die Lagebeobachtung stützt sich auf veröffentlichte amtliche Zahlen, aktuelle Auswertungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sowie Stellungnahmen der Diakonie Deutschland. Regionale Unterschiede bleiben erheblich; die zentralen Befunde gelten jedoch bundesweit.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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