Die grenzüberschreitende Bahnverbindung Wunderline zwischen Groningen und Bremen ist am 1. Oktober 2026 in Betrieb gegangen. Am Vormittag überquerte ein Eröffnungszug die neue Friesenbrücke bei Weener. An Bord waren Vertreter von Deutsche Bahn und ProRail sowie Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD). Mit der Wiedereröffnung ist die direkte Schienenverbindung zwischen den Niederlanden und Nordwestdeutschland erstmals seit Jahren wieder durchgängig befahrbar.
Die Friesenbrücke über die Ems ist der zentrale Baustein des Projekts. Die frühere Klappbrücke war im Dezember 2015 nach einer Kollision mit einem Frachtschiff so schwer beschädigt worden, dass der Zugverkehr zwischen Leer und Groningen unterbrochen werden musste. Der Neubau wurde in mehreren Bauabschnitten realisiert und mit signal- und sicherungstechnischen Anpassungen auf beiden Seiten der Grenze verbunden. Parallel wurden Abschnitte der Strecke in Niedersachsen und in der Provinz Groningen ertüchtigt.
Der Starttermin im Herbst 2026 folgt auf mehrere Verschiebungen. In Projektmitteilungen hatten die Beteiligten zuletzt einen Zeitraum Mitte bis Ende 2026 für die Wiederaufnahme genannt. Mit der Inbetriebnahme ist nun der reguläre Personenverkehr möglich; ergänzende Test- und Abstimmungsfahrten in den vergangenen Wochen dienten der Betriebsaufnahme. Angaben zur genauen Taktung und zu Fahrzeiten hängen vom jeweiligen Fahrplanangebot ab und können sich in der Anlaufphase noch ändern.
Für die Region verspricht die Verbindung kürzere Reisezeiten und verlässlichere Anschlüsse zwischen Groningen, Ostfriesland und Bremen. Pendlerinnen und Pendler erhalten wieder eine umstiegsarme Verbindung über die Grenze, der regionale Tourismus gewinnt an Attraktivität. Wirtschaftlich bedeutsam ist die Strecke zudem als Teil eines grenzüberschreitenden Schienenkorridors, der die Häfen und Hochschulstandorte in Niedersachsen und in den nördlichen Niederlanden besser verknüpft. Die Länder, Kommunen und Infrastrukturbetreiber wollen die Auslastung in den kommenden Monaten beobachten und den Fahrplan bei Bedarf nachsteuern.
Träger des Vorhabens sind die Deutsche Bahn und ProRail gemeinsam mit dem Land Niedersachsen, der Freien Hansestadt Bremen und der Provinz Groningen. Die Finanzierung umfasst den Brückenneubau, Streckenausbauten, Leit- und Sicherungstechnik sowie Anpassungen an Bahnhöfen. Konkrete Mittelanteile und Bauetappen sind in behördlichen Unterlagen dokumentiert. Mit der heutigen Aufnahme des Verkehrs ist die zentrale Voraussetzung erfüllt; weitere Ausbauten auf Teilabschnitten können folgen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).