Die Boa mit dem Namen Hector hat von Juni 2026 an mehrere Monate im Rathaus von Linkenheim-Hochstetten gelebt, bevor ein neues privates Umfeld für das einst ausgesetzte Tier gefunden wurde. Das bestätigte der Südwestrundfunk am 10. Oktober 2026. Dem Bericht zufolge war die 1,4 Meter lange Würgeschlange im November 2024 in einem Garten der Gemeinde entdeckt worden und von der Feuerwehr geborgen. Weil dem Tier Herkunftspapiere fehlten, blieb die Kommune zunächst als Fundtier verantwortlich.
Nach Angaben des Hauptamtsleiters Michael Thate zog Hector vor rund vier Monaten in ein Terrarium im Büro des Amtsleiters. Dort versorgten Rathausmitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Reptil im Wechsel: Unter der Woche das Sekretariat, an Wochenenden ein Mitarbeiter des Ordnungsamts sowie in der Folge auch Familienangehörige des Amtsleiters. Elektriker und Hausmeister bauten Beleuchtung und Technik für ein artgerechtes Terrarium ein, das Reptilium-typische Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchte erfüllt.
Die Gemeinde hatte nach eigenen Angaben wiederholt versucht, die Boa an Zoos, Naturkundemuseen oder seriöse Reptilienvereine abzugeben; ein dauerhafter Abnehmer ließ sich jedoch nicht finden. Zuvor war Hector zeitweise in einer zertifizierten Reptilienauffangstation untergebracht. Dort entstanden der Gemeinde zufolge Betreuungskosten; die Kommune bezeichnete die Lage als finanziell belastend.
Die Rathausunterbringung war nie als Dauerlösung vorgesehen. Thate erklärte laut dem Beitrag, dass die Bindung an das Tier gewachsen sei, er Hector aber künftig in ein privat bereitgestelltes Terrarium umziehen lassen werde. Der Bericht nennt keinen exakten Termin des Umzugs, verweist aber darauf, dass das Rathaus das Reptil schmerzlich vermissen werde.
Fakten: Discovery (Fund) im November 2024; Gemeindeübernahme als Fundtier; Aufnahme ins Rathaus im Juni 2026; Berichterstattung durch den Südwestrundfunk am 10. Oktober 2026.
Der Fall weist auf praktische und rechtliche Probleme beim Umgang mit ausgesetzten exotischen Tieren hin. Ohne Herkunftsnachweis sind Tierhalterwechsel und Abgabe an Einrichtungen restriktiver; Kommunen können damit unerwartete Kosten und Zuständigkeitsfragen erhalten. Zugleich zeigt der Bericht, wie lokale Verwaltungen mit unüblichen Fundfällen pragmatische, aber nur temporäre Lösungen finden.
Zugeschriebene Aussagen, Kostenangaben oder genaue finanzielle Belastungen der Gemeinde werden im SWR-Beitrag genannt; darüber hinausgehende Zahlen oder Prognosen wurden nicht bestätigt und sind hier nicht übernommen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).