Das Mainfranken Theater in Würzburg wird voraussichtlich deutlich teurer als zuletzt angenommen. In einer Beschlussvorlage für den Werkausschuss wurden am 30. September 2026 Sanierungskosten von 242 Millionen Euro veranschlagt. Die Summe ist als Arbeitsgrundlage für die Haushaltsplanung 2026/27 der Stadt Würzburg sowie für Gespräche mit der Regierung von Unterfranken vorgesehen.
Die Verwaltung begründet den neuen Ansatz mit anhaltenden Baupreissteigerungen und Verzögerungen im Bauablauf. Seit der ersten Kostenberechnung im Jahr 2018 seien die Baupreise spürbar gestiegen; jeder Tag Stillstand verursache Zusatzkosten, heißt es in der Vorlage. Damit liegt die aktuelle Prognose um ein Vielfaches über der ursprünglichen Kalkulation von rund 71,6 bis 72 Millionen Euro.
Der Projektrahmen war bereits mehrfach angepasst worden. Nach der initialen Planung 2018 wurde zwischenzeitlich ein Rahmen von rund 103 Millionen Euro genannt. Zuletzt hatte der Stadtrat vorläufig 135 Millionen Euro freigegeben, um einzelne Arbeiten wieder anlaufen zu lassen. Mit der nun vorgelegten Zahl von 242 Millionen Euro knüpft die Verwaltung an die Notwendigkeit, Mittel für mehrere Jahre zu sichern, betont zugleich aber den vorläufigen Charakter der Schätzung.
Eine belastbare Endsumme sei erst nach einer Fortschreibung der Planungen und dem geregelten Wiederanlauf der Baustelle möglich. Das Mainfranken Theater verweist auf laufende Prüfungen und darauf, dass der Sanierungsplan nach Aufnahme der Arbeiten aktualisiert werden soll. Unklar bleibt derzeit, welche Kostenanteile vertraglich gebunden sind und welche als Risikovorsorge oder erwartete Preis- und Leistungsänderungen enthalten sind.
Finanziell bedeutsam ist der Anteil staatlicher Förderung. Der Freistaat Bayern hatte zugesagt, förderfähige Kosten anteilig zu übernehmen. Diese Zusagen müssen mit den neuen Annahmen abgeglichen werden. Aus dem Stadtrat kommen Forderungen nach Transparenz bei Nachträgen, einem konkreten Zeitplan für das Wiederanlaufen der Arbeiten und einer verlässlichen Finanzierungsperspektive.
Die Vorlage fasst die neuen Zahlen als Planungsprämissen zusammen. Sie soll die Grundlage für weitere Beratungen im Werkausschuss und im Stadtrat bilden. Ergebnisse zu Umfang, Termin und endgültiger Finanzierung der Sanierung hängen von den anstehenden Abstimmungen mit der Regierung von Unterfranken und der Fortschreibung der Fachplanungen ab. Die Stadt stellt in Aussicht, nach Vorliegen aktualisierter Plan- und Vergabeunterlagen erneut zu berichten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).