In Bonn hat am Abend des 16. Oktober 2026 der dreitägige Deutschlandtag der Jungen Union begonnen. Zum Auftakt warnte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst vor politischen Extremisten von links und rechts. Freiheit und Rechtsstaat seien gefährdet, wenn die demokratische Mitte sich zurückziehe, sagte der CDU-Politiker vor Delegierten und Medienvertretern.
Die Jugendorganisation von CDU und CSU will auf der Bundesversammlung programmatische Positionen zur Politik der Bundesregierung beschließen und ihre Führung neu wählen. Dabei geht es nach Angaben der Veranstalter um Themen wie Familienpolitik, Rentenfragen und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Für den 17. Oktober ist eine Rede des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz angekündigt. Weitere Debatten und Antragsabstimmungen sind bis zum Abschluss am 18. Oktober geplant.
Bereits am ersten Abend bestätigten die Delegierten Johannes Winkel als Bundesvorsitzenden der Jungen Union. Er erhielt nach übereinstimmenden Berichten eine klare Mehrheit. Winkel hatte im Vorfeld betont, die JU wolle Impulse setzen und „Resignation“ in der Unionsfamilie entgegenwirken. Welche Beschlüsse die Delegierten im Einzelnen fassen, wird im Verlauf der Tagung deutlich werden.
Wüsts Warnung vor politischen Rändern fällt in eine Lage, in der die AfD in mehreren Ländern hohe Ergebnisse erzielt und parteipolitische Lagergrenzen vielerorts umstritten sind. In der Union wird zugleich darüber beraten, wie sich die Partei in sozialen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen schärfer positionieren kann. Beobachter sehen den Deutschlandtag regelmäßig als Ort, an dem die Junge Union strategische Linien andeutet und Forderungen an die Parteiführung formuliert. Diese Einordnung ist eine Zuschreibung; sie wird von JU-Vertretern als Anspruch geteilt.
Konkrete gesetzgeberische Initiativen wurden zum Auftakt nicht vorgestellt. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen sollen mehrere Anträge zu Steuer- und Sozialpolitik, Digitalisierung und Innerer Sicherheit zur Abstimmung kommen. Welche Wirkung die Beschlüsse über die JU hinaus entfalten, hängt davon ab, inwieweit CDU und CSU die Forderungen aufnehmen. Der Deutschlandtag dauert bis zum 18. Oktober; Beschlussergebnisse werden erfahrungsgemäß zum Ende der Tagung veröffentlicht.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).