In Deutschland ist die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe leicht zurückgegangen, während die ökologisch bewirtschaftete Fläche weiter moderat gewachsen ist. Das geht aus aktuellen Strukturdaten und Verbandsauswertungen hervor, über die der Deutschlandfunk berichtet. Demnach trägt weiterhin etwa ein Neuntel aller landwirtschaftlichen Betriebe ein Biosiegel, die Flächenanteile steigen jedoch etwas schneller als die Zahl der Höfe.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung führt die Entwicklung in ihren Strukturdaten für das Jahr 2025 aus. Fachverbände beobachten parallel, dass insbesondere größere oder bereits umgestellte Betriebe ihre Öko-Flächen ausweiten, während die Zahl der Mitgliedsbetriebe in einigen Verbänden leicht sinkt. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft verweist auf wirtschaftlichen Druck, anhaltenden Strukturwandel in der Landwirtschaft und zuletzt geringere Anreize für Umstellungen als maßgebliche Gründe. Landesbehörden berichten regional von ähnlichen Mustern mit teils gegensätzlichen Ausschlägen je nach Markt- und Förderlage.
Für die Einordnung ist die Statistikmethodik bedeutsam: Seit 2026 gelten in der Agrarstatistik veränderte Erhebungs- und Abgrenzungsverfahren für den Ökolandbau. Die zuständigen Stellen betonen, dass Vergleichszahlen vor und nach der Umstellung nur eingeschränkt direkt gegenüberstellbar sind. Das betrifft sowohl bundesweite Aggregationen als auch die Ausweisung auf Länderebene und kann dazu führen, dass kleinere Einheiten statistisch anders erfasst werden als zuvor.
Politisch bleibt der Trend relevant. Die Bundesregierung hält am Ausbauziel für den Ökolandbau fest und diskutiert mit den Ländern über passgenauere Förderinstrumente. Im Raum stehen eine stärker auf die Umstellungsphase zugeschnittene Förderung, verbesserte Beratung sowie verlässliche Abnahme- und Marktanreize. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern und Verbänden beeinflussen Erzeugerpreise, Inputkosten und Arbeitsaufwand die Umstellungsbereitschaft derzeit stärker als die reine Nachfrageentwicklung im Naturkost- und Lebensmitteleinzelhandel. Der Deutsche Bauernverband verweist zudem auf knappe Liquidität in vielen Betrieben und die Notwendigkeit planbarer Rahmenbedingungen.
Unterm Strich ergibt sich für 2025 ein gemischtes Bild: weniger Betriebe, aber mehr Öko-Fläche. Für eine belastbare Trendanalyse in den kommenden Jahren sind konsistente Erhebungsgrundlagen und regionale Detaildaten entscheidend. Erst mit mehreren aufeinanderfolgenden Jahrgängen unter der neuen Methodik wird sich zeigen, ob der Rückgang bei den Betrieben ein vorübergehendes Phänomen war oder eine dauerhafte Tendenz im Ökolandbau anzeigt.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).