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Zehn jüdische Gräber in Stendal geschändet – Polizei sucht Hinweise

Auf dem jüdischen Friedhof in Stendal sind mindestens zehn Grabstellen zerstört worden. Die Polizei Stendal ermittelt, die Geschichtswerkstatt Stendal bittet um Spenden für die Instandsetzung.

Am 12. Oktober 2026 sind Beschädigungen auf dem jüdischen Friedhof in Stendal öffentlich bekannt geworden. Nach übereinstimmenden lokalen Berichten wurden mindestens zehn Grabstellen in Mitleidenschaft gezogen. Mehrere Grabsteine wurden von ihren Sockeln gestürzt, zudem ist die Friedhofsmauer teilweise beschädigt. Die Polizei Stendal hat Ermittlungen aufgenommen und prüft Spurenlage, Tatzeitraum und mögliche Zeugenhinweise. Ein politisch motivierter Hintergrund ist nicht belegt und Bestandteil der Ermittlungen. Tatverdächtige wurden bislang nicht benannt.

Die Geschichtswerkstatt Stendal, die den Friedhof regelmäßig dokumentiert, spricht von einer Schändung und ruft zu Spenden auf, um umgestürzte Grabsteine fachgerecht wieder aufzustellen und die Friedhofsmauer instand zu setzen. Der Verein verweist darauf, dass Eingriffe an historischen Grabmalen denkmalpflegerische Expertise erfordern und zusätzliche Kosten verursachen. Die Stadt und ehrenamtliche Initiativen teilen sich häufig die Pflege, da Angehörige vieler Verstorbener nicht mehr in Stendal leben.

Der jüdische Friedhof gilt als eine der zentralen Erinnerungsstätten der Stadt, die ältesten erhaltenen Grabstellen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Nach ersten Begehungen gehen Beobachter von rund zehn deutlich sichtbaren Beschädigungen aus. Genauere Angaben zu Schadenshöhe und Restaurierungsbedarf stehen noch aus und hängen von fachlichen Begutachtungen ab.

Die Polizei Stendal bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im Umfeld des Friedhofs. Ermittelt wird wegen Sachbeschädigung; die Zuordnung zu einer politisch motivierten Straftat wäre von weiteren Erkenntnissen abhängig. In vergleichbaren Fällen in Sachsen-Anhalt wurden in der Vergangenheit verstärkte Kontrollen an Erinnerungsorten geprüft, sofern sich ein entsprechender Hintergrund ergab. Ob in Stendal zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig werden, entscheidet sich nach Abschluss erster Ermittlungen und einer Bewertung des Tatmusters.

Die Geschichtswerkstatt Stendal kündigte an, nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen Führungen und Informationsangebote zur Geschichte der Anlage fortzusetzen. Ziel sei es, Schäden zügig zu beheben und den Ort als öffentlich zugängliche Gedenkstätte zu bewahren. Die Bitte um Spenden begründet der Verein mit den Anforderungen des Denkmalschutzes und der notwendigen fachlichen Restaurierung.

Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich direkt an die Polizei Stendal zu wenden. Weitere Details zum Fortgang der Ermittlungen sollen nach deren Auswertung bekanntgegeben werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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