Der Tiergarten Ulm hat seine Erdmännchen-Gruppe erweitert: Am 31. Oktober 2026 sind das Weibchen Zuri und das Männchen Tucker aus dem Tiergarten Worms in die Friedrichsau umgezogen. Beide teilen sich nun das Außengehege mit dem in Ulm lebenden Erdmännchen Jack. Ziel des Transfers ist nach Angaben des Tiergartens, die Gruppe zu stabilisieren und langfristig wieder Zuchterfolge zu ermöglichen.
Die Zusammenführung verläuft laut Tiergartenleitung bislang geordnet. Tiergartenleiterin Stefanie Kießling spricht von einer typischen Eingewöhnungsphase: Die Tiere zeigen Wachsamkeit, beschnuppern sich, markieren und ordnen ihre Rollen neu. Offene Aggressionen wurden bisher nicht beobachtet. Besucherinnen und Besucher können die Erdmännchen im Außengehege sehen; das Team bittet um ruhiges Verhalten am Zaun und Rücksicht auf die Ruhezeiten, damit sich die neue Konstellation festigen kann.
Für die Zuchtperspektive richten sich die Hoffnungen vor allem auf das mögliche Paar Zuri und Jack. Konkrete Hinweise auf Balzverhalten liegen dem Tiergarten nach eigenen Angaben noch nicht vor. Erdmännchen leben in sozialen Gruppen mit klarer Aufgabenteilung; stabile Strukturen gelten als Voraussetzung dafür, dass sich Paarbindungen entwickeln und Jungtiere erfolgreich aufgezogen werden können.
Der Austausch von Tieren zwischen Zoos ist Teil einer bewährten Zusammenarbeit in Deutschland. Solche Transfers dienen dazu, Gruppen auszugleichen, Inzucht zu vermeiden und die Haltungsbedingungen zu verbessern. Ulm und Worms arbeiten dabei eng zusammen. Der jetzige Wechsel wurde vorbereitet, um ein ausgewogenes Verhältnis von Tieren und Funktionen in der Gruppe zu erreichen und die Chancen auf Nachwuchs mittelfristig zu erhöhen.
Das Ulmer Erdmännchen-Gehege in der Friedrichsau ist öffentlich zugänglich; witterungsbedingt halten sich die Tiere jedoch zeitweise im Innenbereich auf. Der Tiergarten will die Entwicklung der Dreiergruppe in den kommenden Wochen eng begleiten und bei Bedarf das Management anpassen. Erst wenn sich Sozialverhalten, Rangordnung und Paarbindung gefestigt haben, lässt sich verlässlich einschätzen, ob die Gruppenzusammenstellung langfristig trägt.
Der Tiergarten Ulm verweist darauf, dass die Beobachtungen fortlaufend aktualisiert werden. Ergebnisse aus den ersten Wochen nach dem Umzug sollen zeigen, wie sich Zuri, Tucker und Jack aufeinander einstellen. Bis dahin gilt: Ruhe, Routine und ausreichend Rückzugsräume sind die wichtigsten Faktoren, damit die Tiere in Ulm ankommen und die Gruppe ihren gemeinsamen Alltag findet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).