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100.000 Euro Schaden durch Gänse und Kraniche bedroht Familienbetrieb in der Altmark

Ein Familienbetrieb in der Altmark meldet für 2026 dokumentierte Fraßschäden von 100.000 Euro; Landwirt und Verbände fordern Ausgleichsmechanismen und politisches Handeln.

Ein Betrieb in der Altmark schilderte am 4. September 2026 gegenüber MDR Investigativ erhebliche Ernteschäden durch Wildvögel: Nach einer Drohnenaufnahme und einem Gutachten beliefen sich die Verluste auf der begutachteten Fläche auf 100.000 Euro, auf den gesamten Betrieb hochgerechnet schätzt der Landwirt den Jahresverlust auf rund 250.000 Euro. Betroffen seien vor allem Erbsenbestände, die nach einem massiven Auflaufen hunderter Gänse im Juni vollständig vernichtet worden seien. Der 28-jährige Betriebsnachfolger beschreibt die Lage als Existenzgefährdung und kritisiert, dass Sachsen-Anhalt derzeit keine Ausgleichszahlungen für Fraßschäden durch geschützte Vogelarten vorsehe. (Quellen: MDR, 4. September 2026). ([mdr.de](https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/landwirtschaft-buerokratie-subventionen-sachsen-anhalt%2Cfakt-landtagswahl-100.html))

Der Fall reiht sich in eine landesweite Debatte über wachsende Schäden durch rastende und überwinternde Wasservögel. Naturschutzmaßnahmen, Renaturierungen und veränderte Rastverhalten infolge des Klimawandels führen laut Landesverbänden in mehreren Bundesländern zu Konzentrationen von Gänsen, Kranichen und Schwänen in Agrarregionen. Der Landesbund für Vogelschutz und der Landesbauernverband Brandenburg hatten bereits 2025/2026 auf Fachgesprächen dokumentierte Einzelfälle mit Schäden in der Größenordnung von bis zu etwa 100.000 Euro genannt und forderten praktikable Melde- und Ausgleichsmechanismen. Diese Angaben untermauern, dass der beschriebene Fall nicht isoliert ist, wohl aber in seiner wirtschaftlichen Tragweite herausragt. ([lbv-brandenburg.de](https://www.lbv-brandenburg.de/images/download/Pressemeldungen/20251112_LBV_PM_Schden_durch_Wildvgel_auf_Feldern_nehmen_berhand__Landwirte_fordern_Verlustaus-gleich_aufgrund_des_hohen_Schutzes_der_Tiere.pdf?type=file&utm_source=openai))

Rechte und Pflichten der Betroffenen sind durch Naturschutz- und Artenrecht eingeschränkt: Viele der verursachenden Arten stehen unter Schutz, sodass einfache Abschuss- oder Vertreibungsmaßnahmen rechtlich nicht ohne Weiteres möglich sind. Gleichzeitig bestehen in einzelnen Ländern bereits Kompensationsregelungen für Gänsefraß; Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatten nach NDR-Angaben mehrere Dutzend Anträge auf Schadenersatz gestellt. In Sachsen-Anhalt fehlt ein landesweites Ausgleichsprogramm, weshalb betroffene Betriebe auf Einzelfalllösungen und politische Initiative angewiesen sind. ([mdr.de](https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/landwirtschaft-buerokratie-subventionen-sachsen-anhalt%2Cfakt-landtagswahl-100.html))

Folgen sind erwartbar: Ohne staatlich etablierte Entschädigungsregeln oder flankierende Schutzmaßnahmen steigt das wirtschaftliche Risiko für Familienbetriebe, die ohnehin unter hohen Betriebskosten und Bürokratie leiden. Forderungen der Landwirtschaftsverbände zielen auf ein unbürokratisches Meldeverfahren, finanzielle Ausgleichszahlungen und regionale Präventionsmaßnahmen wie zeitlich gesteuerte Mahdpraktiken oder technische Schutzmaßnahmen. Politik und Verwaltung stehen damit vor der Aufgabe, Naturschutzinteressen und Betriebssicherung miteinander zu vereinbaren; eine Entscheidung darüber ist bislang offen und politisch umstritten. Die geschilderten Zahlen und Aussagen basieren auf MDR-Recherchen und ergänzender Dokumentation von Verbänden und Fachgesprächen aus den Jahren 2025/2026. ([mdr.de](https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/landwirtschaft-buerokratie-subventionen-sachsen-anhalt%2Cfakt-landtagswahl-100.html))

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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