Baden-Württemberg

Aktivisten radeln von Konstanz nach Stuttgart gegen Kappung der Gäubahn

In Konstanz ist eine viertägige Radtour nach Stuttgart gestartet. Die Initiative Pro Gäubahn protestiert damit gegen die geplante Unterbrechung der Verbindung zum Stuttgarter Hauptbahnhof.

In Konstanz hat am 8. September eine viertägige Fahrraddemonstration nach Stuttgart begonnen. Unter dem Titel „Tour de Gäubahn“ protestieren Aktivistinnen und Aktivisten der Initiative Pro Gäubahn gegen die geplante Unterbrechung der Fernverkehrsanbindung aus Richtung Bodensee und Zürich an den Stuttgarter Hauptbahnhof. Die Tour soll am 11. September in Stuttgart mit einer Kundgebung enden.

Die Route führt nach Angaben der Organisatoren in Etappen von Konstanz über Radolfzell und Singen nach Engen und weiter in den Raum Stuttgart. Entlang der Strecke wollen sich weitere Teilnehmende anschließen. Die Initiatoren fordern, die heutige Gäubahn bis zum Hauptbahnhof Stuttgart durchzubinden und die Strecke auszubauen. Zudem kritisieren sie Pläne, Züge vorübergehend in Stuttgart-Vaihingen enden zu lassen, weil dies Pendlerinnen, Pendler und Wirtschaftsverbindungen entlang des Korridors schwäche.

Örtliche Medien berichten über die Mobilisierung entlang der Strecke. Konkrete Eingriffe in den Bahnverkehr sind bislang nicht bekannt; Hinweise der Polizei zu Sperrungen im Zusammenhang mit der Radtour lagen am Dienstag nicht vor. Nach Darstellung der Veranstalter handelt es sich um einen friedlichen, angemeldeten Protest mit Zwischenhalten an Bahnhöfen und Marktplätzen.

Der Streit um die Gäubahn ist eng mit dem Projekt Stuttgart 21 verknüpft. Mit der schrittweisen Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs und der Zulaufstrecken soll der bisherige Zulauf der Gäubahn in die Innenstadt zeitweise entfallen. Befürworter der Umstellung verweisen auf Bau- und Sicherheitsnotwendigkeiten während der Übergangsphase. Kritiker aus Kommunen, Verbänden und Bürgerinitiativen fordern dagegen belastbare Ersatz- und Ausbaukonzepte, um die Erreichbarkeit zwischen Bodenseeraum und Landeshauptstadt zu sichern. Wie lange eine mögliche Unterbrechung dauern würde, ist Gegenstand von Planungen, politischen Abstimmungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen und wird in offiziellen Verlautbarungen uneinheitlich bewertet.

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Schritte des Planfeststellungsverfahrens und rechtliche Einwände rund um die Anbindung der Gäubahn verhandelt. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat hierzu Entscheidungen veröffentlicht; weitere Verfahren und politische Beratungen laufen. Das Land hat zudem Ausgleichsmaßnahmen für betroffene Fahrgäste und Regionen in Aussicht gestellt. Die jetzt gestartete Radtour verleiht diesen Forderungen kurz vor den nächsten Entscheidungs- und Bauetappen erneut öffentliches Gewicht.

Die Abschlusskundgebung ist für den 11. September in Stuttgart angekündigt. Danach wollen die Initiatoren ihre Unterschriftensammlung und Gespräche mit Landes- und Kommunalpolitik fortsetzen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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