Politik

Altmaier wirbt für Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Peter Altmaier hat bei BR24 Ilse Aigner als geeignete Bundespräsidentin bezeichnet. In der Union ist die Frage weiter offen.

Der CDU-Politiker Peter Altmaier hält Ilse Aigner für eine geeignete Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. In der BR-Sendung Sonntags-Stammtisch würdigte der frühere Bundesminister am 25. Oktober 2026 die Arbeit der bayerischen Landtagspräsidentin und sagte, Aigner sei ruhig und gelassen, wisse aber, was sie wolle. Die oder der nächste Amtsinhaber müsse Vertrauen in Staat und Demokratie stärken; das traue er Aigner zu. Seine Äußerung fällt in eine Phase, in der die CSU den eigenen Kurs sichtbar absteckt und die CDU-Spitze abwartet.

Hintergrund ist der CSU-Parteitag in München, auf dem Parteichef Markus Söder Offenheit für eine Kandidatur Aigners signalisierte. Innerhalb der Union gibt es bislang jedoch keine gemeinsame Festlegung. Nach übereinstimmenden Berichten reagierten führende CDU-Vertreter zurückhaltend. CDU-Chef Friedrich Merz vermied es zuletzt, eine Präferenz zu nennen.

Formell entscheidet die Bundesversammlung über die oder den nächsten Bundespräsidenten. Sie tritt zu Beginn des Jahres 2027 zusammen. Bis dahin verhandeln Parteien und mögliche Bündnispartner über Kandidaturen und Mehrheiten. Eine Nominierung durch CDU und CSU bräuchte für einen Erfolg in der Bundesversammlung zusätzliche Stimmen.

Für die CSU besitzt eine Aigner-Kandidatur strategische Bedeutung: Eine prominente bayerische Persönlichkeit im protokollarisch höchsten Staatsamt würde das Profil der Partei über Bayern hinaus schärfen. In der CDU wiederum wird darauf verwiesen, dass eine zu starke Sichtbarkeit der Schwesterpartei als einseitige Gewichtsverschiebung wahrgenommen werden könnte. Zugleich wäre eine Bundespräsidentin ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik; bislang wurde das Amt ausschließlich von Männern ausgeübt. Befürworter sehen darin ein Signal der Erneuerung, Kritiker warnen vor einer Vorfestlegung ohne abgestimmte Linie der Union.

Altmaiers Vorstoß reiht sich damit in eine noch offene Debatte ein. Während die CSU auf dem Parteitag demonstrativ Geschlossenheit zeigte, verweist die CDU darauf, dass Entscheidungsprozesse erst in den kommenden Wochen und Monaten anstehen. Ob Ilse Aigner am Ende nominiert und von einer Mehrheit in der Bundesversammlung gewählt wird, hängt von Gesprächen zwischen CDU, CSU und weiteren Akteuren ab. Bis dahin bleibt die Diskussion um Namen und Profile ein zentrales Thema der unionsinternen Strategiebildung – und ein Test dafür, wie geeint die Schwesterparteien in eine bundespolitische Weichenstellung gehen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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