In Hamburg-Altona haben Behörden und Hilfsorganisationen am 9. September 2026 eine groß angelegte Katastrophenschutzübung durchgeführt. Geprobt wurde ein aufeinanderfolgendes Extremwetterszenario: eine lang anhaltende Hitzewelle mit Folgen für besonders gefährdete Menschen, gefolgt von einer Sturmflut mit steigenden Wasserständen an der Elbe. Schwerpunkt der Übung war die strukturierte Einbindung von Seniorengruppen und spontan verfügbaren Freiwilligen in die professionelle Einsatzführung.
Nach Angaben der Veranstalter wirkten rund 150 Personen mit. Teilnehmende aus Hilfsorganisationen, Seniorengruppen aus dem Kirchenkreis und Studierende übernahmen die Rolle der betroffenen Bevölkerung. Geübt wurden Betreuungs- und Evakuierungsabläufe, das Befüllen und Stapeln von Sandsäcken, das Einrichten von Kühl- und Betreuungsräumen sowie die Kommunikation zwischen Lagezentren und Einsatzabschnitten. Ziel war es, Abläufe zu verfeinern und Verantwortlichkeiten klar zu regeln, damit Hilfe schnell und sicher geleistet werden kann.
Als Partner traten lokale Behörden, das Technische Hilfswerk und weitere Hilfsorganisationen auf. Die Einsatzleitungen betonten, dass die Unterstützung durch Ehrenamtliche in realen Lagen unverzichtbar ist, zugleich aber klare Führungs- und Kommunikationsstrukturen notwendig sind, um Risiken für Helfende und Betroffene zu minimieren. Das Bezirksamt Altona verwies auf bestehende Hinweise zum Verhalten bei Sturmflut sowie auf Informations- und Präventionsangebote zum Hitzeschutz, insbesondere für ältere Menschen.
Fachlich bemerkenswert ist die Verknüpfung zweier Belastungen: Hitzewellen erhöhen die gesundheitliche Vulnerabilität und können die Leistungsfähigkeit von Pflege, Rettungsdiensten und kritischer Infrastruktur beeinträchtigen. Eine nachfolgende Sturmflut gefährdet tiefer liegende Stadtteile und verschärft Anforderungen an Evakuierung, Unterbringung und Logistik. Die Übung war als Pilot im Rahmen des Projekts HAPEX26 angelegt, das praktische Erprobungen bündeln und daraus Empfehlungen für den Zivil- und Katastrophenschutz auf Landes- und Bundesebene ableiten soll.
Konkrete Änderungen an Alarm- und Betreuungsplänen nannten die Organisationen am Übungstag nicht. Die Ergebnisse der Großübung sollen ausgewertet und in weiteren Praxisvorhaben überprüft werden. Aus Sicht der Beteiligten ist der Mehrwert der Übung bereits jetzt erkennbar: standardisierte Schnittstellen zwischen hauptamtlichen Kräften und Freiwilligen, klare Rollenbilder und belastbare Kommunikationswege, die im Ereignisfall zügig aktiviert werden können.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).