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Analyse: Eigentumsübergaben der Babyboomer verändern regionale Immobilienmärkte

Eine aktuelle Auswertung der ARD-Finanzredaktion erwartet in den nächsten 15 bis 25 Jahren deutlich mehr Bestandsangebote, weil viele Babyboomer ihr Eigenheim veräußern oder vererben. Die Effekte dürften lokal stark variieren: Ballungsräume bleiben voraussichtlich stabil,…

Eine aktuelle Auswertung der ARD-Finanzredaktion zeigt: In den kommenden 15 bis 25 Jahren dürfte ein deutlich größeres Angebot an Bestandsimmobilien auf den Markt kommen, weil viele Babyboomer ihr Eigenheim veräußern oder vererben. Die Preiswirkungen werden regional stark variieren; ein flächendeckender Preisrutsch gilt derzeit als unwahrscheinlich.

In Deutschland besitzen die geburtenstarken Jahrgänge einen überdurchschnittlichen Anteil am Wohneigentum. Nach Angaben der Immobilienplattform Jacasa entfällt ein großer Teil der Ein- und Zweifamilienhäuser auf Eigentümer, die Mitte der 1950er- bis Ende der 1960er-Jahre geboren wurden. Mit zunehmendem Alter steigen Umzüge in kleinere Wohnungen, Pflegefälle und Erbfälle – Faktoren, die die Angebotsseite stärken. Zugleich bleibt die Nachfrage abhängig von Zuzug, Einkommen und Finanzierungskosten.

Fachleute warnen jedoch vor einfachen Schlussfolgerungen. Ausschlaggebend seien Lage, Erreichbarkeit und lokale Demografie. In gefragten Ballungsräumen bleibe die Nachfrage hoch; dort sei kaum von einem spürbaren Mehr an Verkaufsangeboten auszugehen. Immobilienökonom Thomas Beyerle von der Hochschule Biberach erwartet daher vor allem in peripheren Lagen ein mögliches Überangebot an Einfamilienhäusern, während urbane Zentren stabile oder weiter steigende Preise verzeichnen könnten.

Neben der Lage entscheidet der Gebäudezustand. Viele Häuser aus den 1970er- und 1980er-Jahren gelten als sanierungsbedürftig, insbesondere mit Blick auf energetische Maßnahmen. Käufe werden deshalb häufig mit Modernisierungsbudgets kalkuliert. Zur Finanzierung stehen staatliche Hilfen bereit: Die KfW fördert Effizienzmaßnahmen und altersgerechten Umbau; zentrale Anlaufstelle ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude, die Zuschüsse und zinsgünstige Kredite bündelt.

Die regionale Spannbreite bleibt groß. In Teilen Ostdeutschlands und in Landkreisen mit schrumpfender Bevölkerung könnten zusätzliche Angebote auf verhaltene Nachfrage treffen. In wachstumsstarken Städten mit Zuzug hingegen dürfte das knappe Angebot in etablierten Lagen die Preise stützen. Entscheidend für Käuferinnen und Käufer sind damit drei Kriterien: Lagequalität, Sanierungsaufwand und Zugang zu Förderung.

Der demografische Eigentumsübergang ist damit ein mittelfristiger Trend, der den deutschen Wohnungsmarkt differenziert beeinflusst. Er eröffnet Chancen für preisbewusste Erwerber in Randlagen, setzt Eigentümer älterer Bestände aber unter Anpassungsdruck – baulich wie preislich.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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