Das Atomkraftwerk Saporischschja ist am 7. September 2026 wieder an eine externe Hochspannungsleitung angeschlossen worden. Der ukrainische Betreiber Energoatom teilte am Abend mit, um 19.02 Uhr MESZ seien die Eigenbedarfe der Anlage über die 330‑Kilovolt‑Freileitung Ferosplavna-1 gedeckt worden. Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, bestätigte, dass ein lokal vereinbarter Feuerstopp die Reparaturen möglich gemacht habe. Die Wiederanbindung gilt als wesentlicher Schritt, um Kühl- und Überwachungssysteme stabil zu versorgen.
Nach Angaben von Energoatom war die Anlage seit dem 20. August 2026 ohne externe Netzanbindung. In dieser Phase übernahmen Notdieselgeneratoren zeitweise die Versorgung kritischer Systeme. Die Internationale Atomenergiebehörde hatte wiederholt vor den Risiken längerer Abhängigkeit von Dieselvorräten gewarnt. In einer Mitteilung vom 5. September verwies die Behörde darauf, dass ein vorübergehender Zugang für Entminung und Instandsetzung der Leitung Voraussetzung für die sichere Wiederherstellung der Stromzufuhr sei.
Energoatom zufolge beteiligten sich ukrainische Fachkräfte an den Arbeiten. Nach der Wiederverbindung entnahm die Anlage demnach zunächst rund 11 Megawatt für den Eigenbedarf. Aussagen zur Dauerhaftigkeit der Reparatur bleiben zurückhaltend. Beide Seiten verweisen auf die volatilen Sicherheitsbedingungen in der Umgebung des Standorts. Militärische Aktivitäten im Umfeld stellen laut Internationaler Atomenergiebehörde weiterhin eine Gefahr für die kerntechnische und radiologische Sicherheit dar.
Das Atomkraftwerk Saporischschja steht seit 2022 unter russischer Kontrolle, befindet sich jedoch auf international anerkannter ukrainischer Staatsfläche. Der Betreiber Energoatom bleibt nach ukrainischem Recht zuständig, hat aber faktisch keinen freien Zugang zum Standort. Die Internationale Atomenergiebehörde unterhält eine ständige Präsenz vor Ort, berichtet regelmäßig über den technischen Zustand und drängt auf verlässliche Korridore für Personal, Material und Inspektionen.
Die erneute externe Stromversorgung senkt kurzfristig das Risiko, dass die Anlage über längere Zeit auf Dieselaggregate angewiesen ist. Sie beendet jedoch nicht die strukturelle Unsicherheit des Betriebs unter Kriegsbedingungen. Fachleute und internationale Beobachter fordern deshalb weiter ungehinderte Inspektionen, planbare Wartungsfenster und belastbare Schutzmaßnahmen für zivile Nuklearinfrastruktur in der Ukraine. Die Internationale Atomenergiebehörde betont, dass eine stabile Sicherheitslage und die Rückkehr zu klaren Betreiberstrukturen die Voraussetzung für dauerhaft verlässliche Reaktorsicherheit sind.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).