Die Polizei hat die Bevölkerung am 7. September 2026 bundesweit aufgerufen, verdächtige Beobachtungen im Umfeld elektrischer Anlagen unverzüglich zu melden. Anlass sind mehrere versuchte Sabotageakte an Umspannwerken und Hochspannungsanlagen in den vergangenen Tagen. Nach Angaben der Ermittler wurden in Einzelfällen Manipulationsspuren an Leitungen festgestellt; in Brandenburg sicherten Einsatzkräfte zudem nicht detonierte Sprengsätze in der Nähe von Transformatoren.
Die Behörden gehen derzeit nicht von isolierten Einzeltaten aus. Neben Anlagen in Brandenburg waren nach übereinstimmenden Berichten auch Standorte in Nordrhein-Westfalen und Sachsen betroffen. Die Ermittlungen führen die Landeskriminalämter in enger Abstimmung mit dem Bundeskriminalamt. Die Polizei Brandenburg fahndet europaweit nach einem 48-jährigen Tatverdächtigen; entsprechende Maßnahmen wurden am 5. September öffentlich gemacht.
Netzbetreiber betonen, die Stabilität der Stromversorgung sei bislang nicht gefährdet gewesen; kritische Infrastruktur bleibe geschützt. Gleichwohl wurden Schutzvorkehrungen an exponierten Anlagen verstärkt und zusätzliche Kontrollen angesetzt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kündigte dafür erweiterte Streifen und engere Abstimmungen mit den Netzbetreibern an.
Die Polizei bittet Bürgerinnen und Bürger, Hinweise insbesondere zu verdächtigen Fahrzeugen, Personen mit Werkzeugen an Umspannwerken, ungewöhnlichen Licht- oder Geräuschsignalen in der Nähe von Hochspannungsanlagen sowie zu Aktivitäten an Zufahrten und Umzäunungen zu melden. Zuständig sind die örtlichen Dienststellen; darüber hinaus stehen zentrale Fahndungswege der Polizei zur Verfügung.
Politische Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Der CSU-Politiker Alexander Dobrindt bezeichnete die Taten als Klimaextremismus und forderte eine bundesweit koordinierte Antwort. Behörden äußerten sich zu Motivlagen zurückhaltend. Ob ein politischer Hintergrund vorliegt und ob es sich um vernetzte Täter handelt, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Aussagen zur Zahl der Beteiligten, zu Tatmitteln und zu einer möglichen Gefährdung über die gesicherten Funde hinaus treffen die Ermittler erst nach Auswertung der Spurenlage.
Mögliche Folgen werden bereits geprüft: In Betracht kommen strengere Schutzauflagen für Betreiber, technische Härtungen an besonders sensiblen Punkten des Netzes sowie standardisierte Melde- und Reaktionswege zwischen Bund, Ländern und Unternehmen. Konkrete Entscheidungen wollen die zuständigen Stellen nach weiteren Ermittlungsergebnissen bekannt geben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).