Kurzmeldung
Die Regionalbibliothek Neubrandenburg eröffnet am 8. September 2026 die Ausstellung „Faces of Europe – Töchter erinnern sich an ihre Mütter“, eine Fenster- und Vitrinenausstellung mit großformatigen Porträts und persönlichen Texten von Angehörigen. Gezeigt werden Lebensgeschichten von Frauen, die während der NS-Zeit im Konzentrationslager Ravensbrück interniert waren; die Präsentation umfasst Nachkriegsfotografien ebenso wie ergänzende biografische Hinweise. Ziel ist es, lokale Erinnerungskultur sichtbar zu machen und die Verbindung zwischen individuellen Schicksalen und überregionaler Gedenkarbeit herzustellen.
Die Ausstellung kommt auf Initiative der Fraueninitiative Neubrandenburg und der Koordinatorin für Gedenkarbeit der Stadt; als inhaltliche Referenz arbeitet die Regionalbibliothek mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zusammen. Die Gedenkstätte unterstützt die inhaltliche Einordnung und stellt Hintergrundmaterial zur Verfügung, ohne dass die Ausstellung deren Dauerausstellung ersetzt. Inhaltlich stützt sich „Faces of Europe“ auf dokumentarische Quellen und auf Aussagen von Nachkommen, die in oft persönlichen Texten an die Deportation, Haft und Nachkriegszeit ihrer Mütter erinnern.
Historischer Kontext: Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück wurde 1939 eingerichtet und war zentraler Haftort für Zehntausende Frauen und Mädchen aus vielen europäischen Ländern. Die Neubrandenburger Präsentation greift diese Geschichte punktuell auf und zeigt zugleich, wie Erinnerung außerhalb institutioneller Gedenkorte vermittelt werden kann. Pädagogisch bietet die Ausstellung Material für Gespräche über Erinnerungskultur, Traumafolgen und lokale Nachkriegsgeschichte; quantitative Aussagen zu Besucherzahlen oder dauerhaften Programmen macht die Stadtverwaltung bislang nicht.
Für die Region bedeutet die Ausstellung eine stärkere Sichtbarkeit der Gedenkarbeit und eine Erweiterung der Zugangsorte zu dieser Geschichte. Die Regionalbibliothek betont, dass die gezeigten Texte und Bilder dokumentarischen Charakter haben; weitergehende biografische oder wissenschaftliche Aussagen bleiben der Forschung und den Fachinstitutionen vorbehalten.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).