In Baden-Württemberg beginnen am 12. Oktober 2026 die Praktikumswochen im Handwerk. Bis zum 6. November können Schülerinnen und Schüler tageweise verschiedene Betriebe kennenlernen – nach dem Prinzip „fünf Tage, fünf Berufe, fünf Unternehmen“. Der Auftakt ist landesweit angelegt; Kommunen und Kammern koordinieren regionale Angebote und Anmeldungen.
Nach Angaben der Veranstalter soll das Format die Berufsorientierung beschleunigen und Hemmschwellen senken: Ein Schnuppertag ersetzt keine Ausbildung, kann aber gezielt Einblicke in Tätigkeiten und Arbeitsabläufe geben. Häufig werde daraus ein längeres Praktikum, teils auch ein Ausbildungsvertrag. Handwerksorganisationen sehen darin zugleich ein Instrument gegen den Fachkräftemangel in kleinen und mittleren Betrieben. Frühere Rückmeldungen aus den Kammern fallen überwiegend positiv aus; belastbare Zahlen zu den Effekten in diesem Jahr liegen naturgemäß noch nicht vor.
Organisiert wird die Aktion von einem Bündnis aus Handwerksorganisationen, dem Land und Partnern aus der Arbeitsverwaltung. Zu den Förderern zählt das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. Handwerk BW bewirbt das Programm landesweit. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt bei der Vermittlung, etwa durch Hinweise an Schulen und Betriebe.
Regional beteiligen sich zahlreiche Handwerkskammern. Die Handwerkskammer Mannheim meldet zusätzliche Praktikumsplätze und verweist auf Kooperationen mit Innungen. Aus dem Rhein-Neckar-Raum werden Angebote in Heidelberg, Mannheim und weiteren Orten genannt. In Speyer startet eine eigene Praktikumswoche mit rund 15 beteiligten Unternehmen aus unterschiedlichen Gewerken. Die Bandbreite reicht je nach Region von Bau- und Ausbaugewerken über Metall- und Elektroberufe bis zu Gesundheitshandwerken.
Für Schulen und Eltern gilt: Ein Praktikum während der Unterrichtszeit erfordert in der Regel eine Freistellung durch die Schule. Die Veranstalter empfehlen, vorab Zuständigkeiten, Versicherungsfragen und pädagogische Ziele zu klären und den Ablauf zwischen Schule, Betrieb und Elternhaus abzustimmen. Betriebe können kurzfristige Tagespraktika anbieten; die Teilnahme ist für Unternehmen und Lernende niedrigschwellig angelegt.
Die Praktikumswochen Baden-Württemberg setzen auf direkten Kontakt statt nur auf Informationsmaterial. Ob das Format die Zahl der Ausbildungsverträge spürbar erhöht, werden Abschlussbefragungen der Kammern und die Anmeldezahlen der beteiligten Regionen zeigen. Klar ist bereits der aktuelle Anlass: Mit dem heutigen Start beginnt im Land eine komprimierte Phase der Berufsorientierung, die Jugendlichen praktische Erfahrung ermöglicht und dem Handwerk Sichtbarkeit verschafft.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).