Die Deutsche Bahn überprüft ihr Leihradgeschäft einschließlich Call a Bike im Zuge einer strategischen Neuausrichtung. Nach Konzernangaben stehen Randaktivitäten auf dem Prüfstand, weil der Fokus stärker auf das Kerngeschäft Schiene gelegt werden soll. Entscheidungen über die künftige Aufstellung in der Mikromobilität und beim Carsharing-Dienst Flinkster sollen sich an der Wirtschaftlichkeit orientieren. Eine endgültige Aussage zur Fortführung von Call a Bike liegt bislang nicht vor.
Klar geregelt ist die Lage in der Region Stuttgart: Der Verband Region Stuttgart hat den Vertrag mit der bisherigen Betreiberin Deutsche Bahn Connect zum 30. November 2026 beendet und das Nachfolgeangebot vergeben. Ab dem 1. Januar 2027 übernimmt der private Anbieter Lime den Betrieb. Geplant ist ein Pedelec-System mit rund 2.000 Rädern, davon etwa 1.000 in der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Region kündigt an, die bestehende Flächenabdeckung zu sichern und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr beizubehalten.
Die Entwicklungen zeigen zwei Ebenen: Auf nationaler Ebene stellt die Deutsche Bahn ihre Beteiligungen außerhalb des Kerngeschäfts auf den Prüfstand. Auf kommunaler und regionaler Ebene entscheiden Auftraggeber wie Städte, Kreise und Verbünde eigenständig über Betreiberwechsel und Leistungsumfang. Verträge sind dort meist lokal finanziert und festgelegt. Selbst wenn der Konzern übergreifende Dienste wie Call a Bike neu bewertet, bleiben regionale Systeme wie das RegioRadStuttgart bis zum Vertragsende geregelt.
Für Nutzerinnen und Nutzer bedeuten die Veränderungen mögliche Umstellungen bei Tarifen, Apps und technischen Abläufen. Bei Betreiberwechseln ändern sich häufig die Verfügbarkeit von klassischen Rädern gegenüber E-Bikes, Servicekonzepte und Abrechnungsmodelle. Kommunen und Verbünde prüfen in solchen Phasen regelmäßig Übergangsregelungen und Vergünstigungen für ÖPNV-Kundinnen und -Kunden, um Schnittstellen zwischen Verleihsystemen und Verbundtarifen funktionsfähig zu halten.
Offen bleibt, ob und in welchem Umfang die Deutsche Bahn ihr bundesweites Leihradangebot fortführt oder reduziert. Für die Region Stuttgart steht mit dem Datum 1. Januar 2027 jedoch eine klare Zäsur fest. Bis dahin läuft der Betrieb von RegioRadStuttgart unter der bisherigen Betreiberin Deutsche Bahn Connect weiter. Der Verband Region Stuttgart verweist auf die erreichte Flächendeckung und will diese mit dem neuen Anbieter aufrechterhalten. Damit bleibt das Grundangebot in der Region erhalten, während der bundesweite Rahmen der Bahn noch verhandelt wird.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).